Die erste Landkreis-Jugendgruppe

Bei der Schlüsselübergabe an die BUND-Naturschutz-Jugendgruppe im Werkraum in der Schlossökonomie Eggenfelden (hinten stehend von rechts): Bürgermeister Wolfgang Grubwinkler, die Gruppenleiterin Emma Riedler, BN-Kreisvorsitzender Matthias Schmöller, stellvertretender Kreisvorsitzender Dr. Jürgen Riedler und die BN-Kreis-Geschäftsführerin und Naturpädagogin Marianne Watzenberger. Vorne (von links) die ersten Mitglieder der Gruppe bei der Planung der nächsten Aktivitäten: Antonia Goller, Alison Weiss, Alissa Fuchs, Sophia Breu, Julia Kagerer und Nicole Bloos. – Foto: Hascher

Eggenfelden. Sie bilden die erste BUND-Naturschutz-Jugendgruppe im Landkreis: Sieben junge Damen, alle Gymnasiastinnen der Klasse 9a am Karl-von-Closen-Gymnasium, haben sich nun unter dem Gruppennamen „Green Earth“ zusammen getan, um für Umwelt und Natur etwas zu tun. Zwar gibt es schon mehrere Kindergruppen im Landkreis, doch die höhere Altersklasse, eben die BN-Jugend, war bislang noch nicht mit einer eigenen Gruppierung im Landkreis vertreten.

Die Initiative der jungen Naturschützerinnen begrüßte auch Bürgermeister Wolfgang Grubwinkler. Er fand die Idee der Jugendgruppen-Gründung so gut, dass er einen Werkraum in der Gerner Schlossökonomie zur Verfügung stellt. Bei der Schlüsselübergabe an die jungen Damen stellte das Stadtoberhaupt erfreut fest: „Vereine und Gruppierungen aller Art sind darauf angewiesen, eine engagierte Jugend als Nachwuchs zu haben. Und gerade im Bereich des Natur- und Umweltschutzes sehe ich es äußerst positiv, wenn sich junge Leute bereit erklären, etwas Handfestes dafür zu tun. Sehr gerne stellen wir deshalb diesen Raum als Treffpunkt und Arbeitszentrum zur Verfügung. Mögen von hier viele gute Ideen, die uns allen zugute kommen, ausgehen.

Der ebenfalls anwesende Kreisvorsitzende des BN, Matthias Schmöller, dankte der Stadt Eggenfelden und insbesondere Bürgermeister Wolfgang Grubwinkler herzlich, dass mit dem Raum die erste Jugendgruppe ein Zuhause findet: „Mich freut es, dass auf diese Weise von der Stadt Eggenfelden gewürdigt wird, wenn die Jugend im Bereich des Natur- und Umweltschutzes Verantwortung übernimmt.“ Und an die jungen Damen gewandt meinte der Kreisvorsitzende: „Es ist sehr gut, dass ihr Euch zusammen gefunden habt, denn es ist zu begrüßen, wenn man nicht nur redet, sondern sich wirklich zusammensetzt und praktische Dinge plant. Ihr seid damit eine sehr gute Ergänzung zur bestehenden BN-Arbeit im Landkreis.“ Der Kreisvorsitzende erläuterte auch die wesentlichen Aufgaben des BN sowie die Mitglieder- und Organisations-Struktur. An bedeutsamen Aufgaben nannte er den Arten- und Biotopschutz, Energie- und Verkehrsthemen, den Flächenverbrauch sowie den Klimawandel. Schmöller bot den jungen Damen auch jederzeit die Hilfe der Kreisgruppe an.

Die Leiterin der Jugendgruppe, Emma Riedler, dankte ebenfalls dem Bürgermeister sowie der Stadt und stellte auch ihre Kolleginnen vor. Es sind Sophia Breu als stellvertretende Vorsitzende sowie Antonia Goller, Alison Weiss, Alissa Fuchs, Julia Kagerer und Nicole Bloos. Emma Riedler schilderte dann, wie sie bei einer Kanutour den Kontakt zur Leiterin der BN-Jugendorganisation (JBN), Lioba Degenfelder, bekam und dann spontan beschlossen hatte, ihre Gruppe zu gründen. Und demnächst werden sie und mehrere Teilnehmer  einen Jugendleiter-Fortbildungskurs besuchen. An Vorhaben schilderten die jungen Naturschützerinnen gleich einige Dinge: beispielsweise ein Kinderprogramm, Naturbeobachtungen, die Teilnahme am Christkindlmarkt und am Schulfest sowie eine Radltour, den Bau von Wildblumensamen-Bomben und die Beteiligung an der Müllsammel-Aktion „Rama Dama“. Auch ein Tag der offenen Tür für Eltern sei geplant. Zunächst werde man jedoch ein Logo entwickeln und auch beginnen, Taschen damit zu bedrucken. Und natürlich freut sich die Gruppe auch auf Zuwachs: Naturbegeisterte und an Umwelt-Themen interessierte  Jungen und Mädchen im Alter von 15 bis 16 Jahren sind als Neumitglieder herzlich willkommen. Eine Kontaktaufnahme ist über die Geschäftsstelle unter Tel. 08561-3834 oder per Mail unter bn-rottal-Inn@t-online.de erbeten.

Die Geschäftsführerin der BN-Kreisgruppe und Naturpädagogin Marianne Watzenberger, die auch als Leiterin der Kindergruppen arbeitet, freute sich ebenfalls über das Engagement: „Es gibt ja fast kein Thema in der Welt, das nicht mit Umwelt- und Naturschutz und damit auch mit Menschenschutz zu tun hat. Insofern ist Euer Engagement sehr zu würdigen.“ Und der stellvertretende Kreisvorsitzende, Dr. Jürgen Riedler, ergänzte: „Ihr werdet Euch sicher gut zusammenfinden und sicher auch Freude an der gemeinsamen Arbeit haben. Dieser Raum hier ist dafür ein sehr guter Ort – und auch mit viel Natur vor der Haustür.“   -wh


Unsere Jugendgruppe Geratskirchen (Klick vergrößert)

Am Dachsbau
Eine ganze Wanne voller Dinkel bei der Biobäuerin in Massing
So gut fühlt sich Dinkel an
Auf dem Bio-Bauernhof in Massing
Beim Imker
Beim Imker
Hmmmh..."Steinzeitkaugummi"
Keine Angst vor den Bienen mehr
Wir verkosten unseren selbstgemachten Lavendelhonig
Wanderung im Herbstwald
September: Wanderung im Herbstwald
Gründungsversammlung der "Spitzmäuse" im Mai 2016
Spurenlesen am Fuchsbau
Was schwimmt denn da? - Am alten Weiher
"Spitzmäusekuchen" bei der Gründung der Kindergruppe im Mai
Ein Brot mit den selbst gesammelten Blüten
 

Kindergruppen gründen

Entdeckt zusammen die vielen spannenden Möglichkeiten, die euch unsere Umwelt zu bieten hat. Doch das ist leicht gesagt, vorab stellen sich natürlich viele Fragen: Wie gründe ich eine Gruppe? Wie gestalte ich die Treffen? Weiß ich denn selbst genug, um den Kindern etwas zu vermitteln?

Alles, was du brauchst, ist die Freude, mit Kindern zusammen zu sein und mit ihnen gemeinsam die Natur zu entdecken. Und ein bisschen Zeit. Es besteht jederzeit die Möglichkeit, bei einer der vier Kindergruppen unserer Kreisgruppe zu schnuppern. Egal ob du wöchentliche oder monatliche Treffen planst, der BN unterstützt dich in jedem Fall tatkräftig bei deinem Vorhaben.

Die  Jugendorganisation des BN bietet zusätzlich eine Gruppenleiterausbildung an, bei der viele Tipps für die Gruppengründung und Gestaltung der Stunden gegeben, aber auch rechtliche Fragen geklärt werden. Die Kosten dafür übernimmt natürlich der BN.Wenn du Lust hast, selber eine Gruppe zu leiten, eine bereits bestehende zu unterstützen oder dich einfach umsehen willst, dann melde dich in unserer Geschäftsstelle: Tel. 08561-3834!


Beispielhafte Naturpädagogik durch den BN

Es dem Biber gleichtun: Naturpädagogin Marianne Watzenberger von der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe (rechts) animiert die Kinder dazu, eine Karotte kegelförmig so abzunagen, wie es ein Biber mit einem Baumstamm täte. (Fotos: BN)
Naturpädagogin Uschi West (rechts) erklärte den Kindern, wie ein Vogel seine Jungen füttert.

"Klassenzimmer Natur": spannend, lehrreich und sehr kurzweilig

Eggenfelden. Im Rahmen mehrerer Naturpädagogik-Unterrichtseinheiten mit den drei Ganztagesklassen an der Grundschule in Eggenfelden vermittelten Marianne Watzenberger und Uschi West vom Bund Naturschutz als Expertinnen und ausgebildete Naturpädagoginnen vieles an Wissen über die Natur- und Pflanzenwelt unserer Heimat. Sie verstanden es dabei sehr praxisnah, den Kindern ein tieferes Verständnis für die Zusammenhänge in der Natur und damit viel Sensibilität für den Umweltschutz zu vermitteln.

Beim Thema „Biber“ wurde den Schülerinnen und Schülern zunächst Anschauungsmaterial wie zum Beispiel Nagezähne oder ein Biberfell gezeigt; anschließend machte man sich gleich draußen an der Rott auf die Suche nach Biberspuren oder angenagten Ästen. Das Interesse an diesem im Naturhaushalt durchaus wichtigen Tier ging letztlich so weit, dass man gar mit viel Freude versuchte, es dem Biber gleich zu tun und eine gelbe Rübe ähnlich kegelförmig abzunagen, wie es der Biber mit einem Baumstamm tut..

Auf der Suche nach dem sehr aktiven Leben in der Frühsommer-Natur begaben sich die Kinder mit gleichem Elan auf die Spur von Insekten, Vogelnestern, Knospen an Sträuchern und Bäumen sowie auf die Suche nach typischen Frühlingsblumen. Beim Thema „Vögel“ konnte mit viel Anschauungsmaterial den jungen Naturbegeisterten gezeigt werden, wie der Körperbau von Vögeln aussieht und welche Funktionen Federn haben.

Noch anschaulicher wurde es beim Thema „Nestbau der Vögel und Fütterung“, als beispielsweise das Verhalten des Vogelmannes und der Vogelfrau im Frühling, die Bedeutung des Vogel-Gesanges, das Verhalten während der Brut und die Versorgung der Jungen nach dem Schlüpfen zur Sprache kamen. Die enorme Leistung der Vogeleltern wurde den Kindern erst richtig bewusst, als sie erfuhren, dass beispielsweise ein Jungvogel rund 200 mal pro Tag gefüttert werden muss.

Recht nachdenklich wurden die jungen Schüler, als das Thema "Müll" besprochen wurde – nachdenklich deshalb, weil sie gezeigt bekamen, dass beispielsweise eine Plastikfolie weit über fünf Jahre benötigt, um zu verrotten. Und letztlich sahen sie den Müll, den man ohne weit zu gehen praktisch überall findet – beispielsweise auf dem Schulhof – mit ganz anderen Augen: Fazit dieser Unterrichtseinheit war schließlich, dass der beste Müll derjenige ist, der gar nicht erst anfällt, der also vermieden wird.

In die Natur hinaus ging es wieder beim Thema „Insekten“, als ihre wertvolle Funktion im Naturhaushalt besprochen wurde und man sich gleich auf die Suche begab: Ausgerüstet mit Becherlupen suchten die Kinder nach kleinen und größeren Insekten, welche mit einem Bestimmungsbuch genau zu identifizieren waren. Entdeckt wurden beispielsweise Gelbrandkäfer, Ameisen, Wildbienen und zahlreiche Fliegen; bei dieser Gelegenheit informierte man sich dann gleich auch über Spinnen oder Schnecken, die ebenfalls zahlreich bei diesem Ausflug in die Natur gefunden wurden.

Fazit aller beteiligten Kinder und auch der Naturpädagoginnen: Diese Form des Naturkunde-Unterrichts, die gerade auch von Rektorin Jutta Holler und Konrektor Matthias Schmöller geschätzt und gefördert wird, macht allen besonders viel Spaß – hauptsächlich deshalb, weil er durch die gelungene Verbindung von Unterricht, Kurzweil, Entdeckerfreude und Bewegung in der Natur sehr praxisnah und unterhaltsam ist.


Sozialpreis 2011 für integrativen Naturschutz

Für ihre besonderen Umweltbildungsmaßnahmen wurden die Kreisgruppe des BN, die Volksschule Tann und die St. Ulrich-Schule für geistige Entwicklung in Pocking gemeinsam mit anderen Schulen mit dem Sozialpreis 2011 der Fima Bau-Sem geehrt. Unter Leitung von Naturpädagogin Marianne Watzenberger sowie Sonderschullehrerin Claudia Schmöller und Hauptschullehrer Günther Beck fanden bereits mehrere sozial-integrative Naturschutzaktionen der beiden Schulen und des Bund Naturschutz statt, u.a. ein Biotoppflegetag in Tann und der Bau von Insektenhotels. Die Kooperation soll in regelmäßigen Abständen fortgesetzt werden.
Verliehen wurden die Preise von der Landtagsabgeordneten Reserl Sem und der Schulamtsdirektorin Ingrid Behnken im Rahmen einer Feierlichkeit an der Grundschule Walburgskirchen (siehe Bild).

Schulkinder als Gewässer-Detektive

Die Schülerinnen und Schüler der Hauptschule Mitterskirchen bei der Gewässeruntersuchung am Schusterbachl.

Rund 20 Schülerinnen und Schüler der 5. Klasse an der Hauptschule Mitterskirchen hatten unlängst ein besonderes "Detektiv-Erlebnis": Sie führten im Rahmen der diesjährigen Haus- und Straßensammlung des Bund Naturschutz auch eine Gewässeruntersuchung am Schusterbacherl vor der Schule durch. Aktiv begleitet von ihren Lehrern, Josef Haselbeck und Georg Espenberger, und unter fachlicher Anleitung der Jugendleiterin und Umweltpädagogin Uschi West vom Bund Naturschutz machten sie sich an die Bestimmung der Gewässergüte. Dazu fingen sie mit kleinen Keschern die im Bach vorhandenen Kleinstlebewesen und bestimmten Arten und Gattungen. Wie Uschi West erläuterte sind es genau diese Kleinstlebewesen, deren Vorkommen genau anzeigt, wie unbelastet oder von Verunreinigungen chemischer oder biologischer Art belastet ein Gewässer ist. Im konkreten Fall fanden die Kinder Flohkrebse, Spitzschlamm-Schnecken, Schneckenegel und die runde Eintagsfliegenlarve - sie kommen nur dort vor, wo das Wasser höchstens mäßig belastet ist. Darüber hinaus fanden die jungen Gewässer-Detektive sogar Steinfliegen-, Köcherfliegen- und flache Eintagsfliegen-Larven, die ihrerseits nur in unbelastetem bis gering belastetem Wasser anzutreffen sind. Eindeutiges Fazit der Untersuchung: Das Schusterbachl kann mit guter bis sehr hoher Gewässergüte aufwarten, was letztlich, wie die Schülerinnen und Schüler feststellten, ein sehr erfreuliches Ergebnis sei.

Unsere Jugendarbeit: beispielgebend

Eines unserer großen Anliegen ist die Kinder- und Jugendarbeit. Sie wurde vom BN-Landesverband bereits als "beispielgebend" bezeichnet und steht unter Leitung von Marianne Watzenberger (links) und Uschi West, die auch die Aktivitäten weiterer Kinder- und Jugendgruppen im Landkreis koordinieren. Bitte wenden Sie sich an unsere Geschäftsstelle oder verfolgen Sie hier die Neuigkeiten, wenn Sie nähere Informationen zu den Programmen möchten.

Geratskirchen: Arbeit mit Filz

Hier die Jugend in Geratskirchen (Klicken vergrößert)