OG Kollbachtal (Arnstorf)

Vorsitz: Katrin Veicht, Wiesenstr. 1, 94424 Arnstorf, Mobiltel.:0152-54 26 65 45, Mail: veichtk@gmx.de


Igel in Not – was tun?

Vortrag beim Bund Naturschutz Arnstorf – Dringender Appell: Mäh-Roboter nur tagsüber betreiben
Arnstorf, Mai 2024. Unlängst begrüßte bei der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe in Arnstorf deren Vorsitzende Katrin Veicht zahlreiche interessierte Zuhörer zum Vortrag „Igel in Not – wie können wir den kleinen Stachlern helfen, zu überleben?“ Besonders hieß sie auch Mitglieder der Obst- und Gartenbauvereine aus Arnstorf und Malgersdorf willkommen.
Den Fachvortrag hielt dann Margot Niedl, die selbst die „Igelhilfe Eggenfelden e. V.“ betreibt und die deshalb aus einem umfangreichen Erfahrungsschatz referieren konnte. Sie schilderte ihre tägliche Arbeit mit unterernährten, kranken oder verletzten Igeln.
Margot Niedl stellte zunächst fest, dass es angesichts der zurückgehenden Nahrungsvielfalt in freier Natur, durch das dramatische Insektensterben und die Eintönigkeit auf bewirtschafteten Flächen kaum noch gute Nahrung in Form von Laufkäfern, Asseln, Spinnen oder kleinen Amphibien gebe. „Es ist ein Märchen, dass der Igel Regenwürmer und Schnecken frisst“, so die Expertin, „das macht er nur in absoluten Ausnahmesituationen, auch verträgt er kein Getreide. Man darf also, wenn man füttern will, z.B. keine Haferflocken geben, keine Milch und auch kein Obst oder Gemüse. Leider bietet selbst der Fachhandel meist unverträgliches, weil mit Getreide gestrecktes, Igelfutter an“, kritisierte sie.
Die Referentin gab dann in ihrem Vortrag viele Hinweise zur praktischen Hilfe: „Ein Igel ist meistens in Not, wenn er tagsüber aufgefunden wird, wenn er im Winter unterwegs ist, wenn er kleiner als eine Orange oder augenscheinlich krank, verletzt oder ausgehungert ist“, klärte Margot Niedl auf. In solchen Fällen solle man den Igel zunächst ins Haus holen, Fliegen-Eier oder Maden sofort entfernen, fühlen ob der Bauch warm ist und ihn evtl. auf eine handwarme Wärmflasche geben. „Dann sofort die Igelhilfe benachrichtigen und sich dort weitere Verhaltensregeln geben lassen“, sagte Margot Niedl, die auch betonte, dass sie die Igelhilfe als gemeinnützigen Verein ehrenamtlich mit eigenen Mitteln betreibe und deshalb auch Spenden sehr gerne angenommen werden.
Wichtig ist für jeden Grundstücks- und Gartenbesitzer, dass etwas für die Igel getan wird“, stellte Margot Niedl weiter fest, und zwar durch Bereitstellen von täglich frischem, sauberem Wasser in einer Schale und von getreidefreiem Katzenfutter ohne Soße mit mindestens 60 Prozent Fleischanteil bzw. mit Katzen-Trockenfutter ohne Zucker und Getreide.
Nur solches Futter sollte den Igeln im Garten angeboten werden, empfahl Margot Niedl, dazu das Wasser in einer flachen Schale. Als sehr gefährlich sah sie Draht-Gartenzäune mit Maschengrößen kleiner als 10 cm, da sich darin Igel verfangen und qualvoll sterben könnten. Eine weitere Bedrohung für die Igel seien der Straßenverkehr und die immer häufiger zu findenden Mäh-Rasenroboter, die leider oft auch nachts betrieben werden und dann den nachtaktiven Igeln oft schwere Verletzungen zufügen: „Es sind schlimme Verletzungen, die die Igel durch solche Geräte oft erleiden“, sagte die Referentin, „ich bitte dringend darum, Mäh-Roboter, Freischneider und Fadentrimmer nur sehr vorsichtig und nur tagsüber von 9 bis 18 Uhr zu betreiben, diese Geräte sind nicht nur für den Igel eine tödliche Gefahr, sondern auch für viele Kleinlebewesen.“
Als sehr wichtig empfahl die Expertin, dass man den Igeln Unterschlupfmöglichkeiten im Garten anbiete, indem man z.B. Igel-Futterhäuser aufstellt, oder indem man ganz einfach Laub- und Reisighaufen in einer Gartenecke ungestört liegen lasse. Darin hätten nämlich meist Insekten ihre Eier abgelegt bzw. hielten sich dort auf und würden somit eine Nahrungsquelle bieten. „Die blitzsauberen Gärten und erst recht die Schottergärten sind kein Lebensraum für die Igel und andere Kleintiere“, stellte die Referentin fest.
Zum Abschluss betonte Margot Niedl, dass jeder etwas für diese sehr bedrohten Tiere tun könne, beispielsweise im eigenen „wilden“ Garten oder durch richtige Zusatz-Nahrung. „Holen Sie sich aber in Zweifelsfällen bitte immer professionelle Unterstützung beispielsweise bei der Igelhilfe unter Tel. 0175-4107253, beim örtlichen Bund Naturschutz oder bei der BN-Kreisgruppe unter der Telefonnummer 08562-9636086 “, appellierte die Referentin abschließend.  -wh


Kinder-„Umweltbande“ auf Holz-Erkundungstour

Arnstorf März 2024. Mittlerweile besteht die Kindergruppe der Bund Naturschutz-Ortsgruppe Kollbachtal unter der Leitung von Maria Watzl seit über 10Jahren. Für die erste Gruppenstunde 2024 stand das Thema „Vom Baum zum Holz“ auf dem Programm.
Bei frühlingshaftem Wetter marschierten die Kinder von Dellendorf aus in den Wald. Auf dem Weg dorthin konnten sie schon die ersten Holzabschnitte entdecken, die von einem Waldbesitzer für den Holzverkauf bereitgestellt worden waren. Mit Hilfe der Gruppenleiterin konnten die Baumarten Fichte und Kiefer schon anhand der Rinde erkannt werden. Bei der Altersbestimmung und beim Zählen der Jahresringe wurde darüber fantasiert, wie es einer Kiefer im Laufe seines 80-jährigen Lebens wohl ergangen sein mag. Eine Teilnehmerin bemerkte: “Die Jahresringe sind in der Mitte viel breiter als ganz außen!“ Was ist der Grund? Gruppenleiterin und Försterin Maria Watzl erklärte, dass sich die Jahrringbreite verändert, je nachdem wieviel Platz und Licht die Kiefer hatte. Im Wald angekommen konnten die Kinder bei einer Aktivität testen, ob sie Fichte, Kiefer, Wildkirsche und Eiche auch mit verbunden Augen nur mit dem Tastsinn anhand der Rinde unterscheiden können.
Nach einer kurzen Brotzeit machte sich die Gruppe auf den Weg nach Obergrafendorf zum Sägewerk der Familie Altmann. Hier erklärte Franz Altmann:“ Die Baumabschnitte auf dem Sägewerksgelände gehören verschiedenen Waldbesitzenden oder Zimmereien. Sie haben sie ins Sägewerk zum Lohnschnitt gebracht, weil sie für Dachstuhl, Carport, Stall oder Schuppen Bauholz wie z.B. Balken und Latten oder Schreinerware für Möbel und Treppen brauchen. Insgesamt 1500 Festmeter Holz werden jährlich zu diesen verschiedenen Produkten gesägt.“ Jetzt wurde es spannend. Der ganze Produktionsprozess, angefangen beim Wurzelreduzierer, der Stämme mit Wurzelanläufen in eine gleichmäßige Walzenform bringt, bis zur fertigen Latte wurden alle Arbeitsschritte vorgeführt. Der angenehme Duft von frisch gesägtem Holz lag in der Luft, und es gab noch viel zu besprechen. Zum Beispiel, dass Holz ein regionaler, nachhaltiger Rohstoff ist, der immer wieder in unseren Wäldern nachwächst. Bei der Herstellung von Bauholz entsteht kein Abfall: die Rinde kann zu Rindenmulch für Gartenbesitzer weiterverarbeitet werden, aus den anfallenden Spänen können Spanplatten gefertigt werden und Sägemehl wird als Einstreu in Pferdeställen verwendet. Außerdem brauchen Bäume zum Wachsen Kohlendioxid, im Bauholz wird dieses CO2, das für den Klimawandel verantwortlich ist, der Atmosphäre entzogen und über Jahrzehnte gespeichert.
Die Energie für das Sägewerk wird zukünftig ebenfalls CO2-neutral durch die eigene Fotovoltaikanlage produziert werden; Nicht nur die Sonne produziert beim Sägewerk Energie, sondern auch das Wasser. Und so konnten die Kinder zum Schluss das Wasserkraftwerk am Hof besichtigen, das den jährlichen Stromverbrauch von 40 Einfamilienhäusern produzieren kann.
Zum Schluss bedankten sich die Kinder und Gruppenleiterin mit einem großen Applaus bei der Familie Altmann für die spannende und interessante Führung im Sägewerk.   -wh


Jahreshauptversammlung OG Kollbachtal

Naturschutzarbeit: Erfolge, aber auch Probleme

Jahreshauptversammlung der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe Kollbachtal – Vortrag über Gefährdung der Kiebitze

Arnstorf, November 2023. Unlängst trafen sich die Mitglieder der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe Kollbachtal zu ihrer Jahreshauptversammlung im Kirchenwirt. Bei der Begrüßung hieß die Vorsitzende Katrin Veicht besonders auch die Regionalreferentin des BN für Niederbayern, Rita Rott, willkommen, die ihrerseits einen großen Dank an alle Aktiven in der Ortsgruppe zum Ausdruck brachte. Begrüßt wurde auch der Referent des Abends, Adrian Wimmer vom Landschaftspflegeverband.
Es folgte der Kassenbericht des Schatzmeisters Hermann Koch, dessen Ergebnis einstimmig angenommen wurde. Dann gab die Vorsitzende einen Rückblick auf das Jahr 2022 und das bisherige 2023. Sie erwähnte den Baumschnitt-Kurs auf der Ausgleichsfläche am Südhang/Kellerberg durch den Baumwart Robert Hallschmid, die Müll-Räumaktionen mit den Grundschulklassen im März und im Oktober 2023, auch erwähnte sie die Bild-Ausstellung „Bäume sind wichtig“, die in der Grundschule, der Real- und Mittelschule sowie in der Sparkasse für jeweils eine Woche gezeigt wurde. Eine weitere Aktivität war die Kräuterwanderung mit Susanne Rothörl. Auch habe man eine Infoveranstaltung zur ökologischen Fläche am Weilnbach, wo man schon Probleme zu verzeichnen hatte, sowie das Streuobstwiesenfest in Kumpfmühl mit sehr großem Erfolg abgehalten. Die Beauftragte Frau Dachsberger-Bauer vom Landratsamt habe hierbei wertvolle Informationen gegeben.
Zusätzlich freute sich die Vorsitzende über die junge „Umweltbande“ mit Betreuerin Maria Watzl an der Spitze, die auch wieder sehr viele Natur-Erfahrungen gemacht hätten. „Ich danke allen Aktiven, die sich so um die Natur- und Artenschutz-Belange in unserem Bereich engagieren“, schloss die Vorsitzende ihren Rückblick.
Den Informationsteil der Hauptversammlung bildete ein Bildervortrag von Adrian Wimmer vom Landschaftspflegeverband, der über das seit drei Jahren laufende Kiebitz-Projekt seines Verbandes berichtete. Er verdeutlichte den Zuhörern, dass der Kiebitz als Wiesenbrüter zu den stark gefährdeten und deshalb streng geschützten Feldvogel-Arten zähle, der Kiebitz sei nicht zuletzt deshalb auch der „Vogel des kommenden Jahres 2024“. Er schilderte die für diese Vogelart unbedingt notwendigen Lebensräume, nämlich ungestörte Wiesenflächen und zeigte auch die Hauptgefahren auf, die in der Ackerbewirtschaftung und in Bau-Vorhaben bestünden. Im Jahr 2022 seien nach seinen Worten im Landkreis 59 Brutvorkommen nachgewiesen worden, davon nur zwei im Kollbachtal. 41 Gelege seien durch Nestmarkierungen geschützt, auf über 14 Hektar seien auch flächige Schutzmaßnahmen, zum Beispiel Bewirtschaftungs-Ruhe oder verspätete Mais-Aussaat, vorgenommen worden. Doch selbst diese Brut-Erfolge würden nicht reichen, den Bestand zu erhalten, leider sei der Kiebitz deshalb auch weiterhin extrem gefährdet. Meldungen über Kiebitz-Vorkommen seien beim Landschaftspflegeverband jederzeit erwünscht, auch würde man sich über Aktivitäten von Hilfskräften freuen.
Abschließend dankte die Vorsitzende nochmals allen Mitgliedern in der Ortsgruppe sowie allen Helfern und Förderern des Naturschutz für die zuverlässige Arbeit.   -wh


Dem Müll zuleibe gerückt

Arnstorf, 24. Oktober 2023. In Arnstorf stand wieder unter Leitung der OG-Vorsitzenden Katrin Veicht eine Müll-Sammelaktion auf dem Programm. Diesmal waren drei 3. Klassen mit unterwegs, die in Arnstorf Müll sammeln gegangen sind, letztlich waren es 65 Kinder und fünf Erwachsene, einschließlich Rektorin Frau Seiler.
Eine Gruppe war Richtung Marktplatz /Busparkplatz unterwegs, die zweite Gruppe in Richtung Eggenfeldener Straße (zur Mittel-/Realschule). Die dritte Gruppe marschierte an der Kollbach entlang Richtung Schloß und Unterer Markt.Leider wurden wieder viele Relikte unachtsamer Zeitgenossen zu finden: enorm viele Zigarettenkippen, Plastik und Verpackungen in allen möglichen Varianten, sogar eine Radkappe und ein kleiner Kaffeeautomat waren unter den Fundstücken. Den Kindern war sehr wohl bewusst, dass alle diese Gegenstände und Abfälle nicht in die Natur und auch nicht in die Orts-Umgebung gehören. Wohl auch aus dem Gedanken heraus, dass man etwas gegen diese Art der Verschmutzung tun müsse, waren alle Kinder mit Eifer dabei und sammelten fleißig diesen Müll, der am Schluss ordnungsgemäß entsorgt wurde. Am Ende der Aktion gabe es nach einem großen Dank durch die BN-Ortsgruppen-Vorsitzende Katrin Veicht noch eine Brotzeit, gespendet für die fleißigen Sammler.

Einige Bilder der Sammelaktion


Vom großen Wert der Streuobstwiesen

Treffen der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe Kollbachtal – Expertin mit Info-Vortrag

Münchsdorf, Oktober 2023. Die Ortsgruppe „Kollbachtal“ im Bund Naturschutz veranstaltete unlängst das traditionelle Streuobstwiesenfest auf der vom Bund Naturschutz betreuten Streuobstwiesen-Fläche bei Kumpfmühl. Viele Mitglieder und Gäste hatten sich eingefunden, um bei Kaffee, Kuchen und Obstsaft untereinander Erfahrungen zur Naturschutz-Arbeit, zu Obstbäumen und im speziellen zur Bewirtschaftung von Streuobstwiesen zu erfahren.
Die Ortsgruppen-Vorsitzende Katrin Veicht begrüßte alle Gäste und zeigte sich über das große Interesse sehr erfreut. Besonders begrüßte sie die Streuobstberaterin am Landratsamt Rottal-Inn, Christine Dachsberger-Bauer, die auch zu den Themen Streuobstwiesen, deren Bedeutung, Pflege und Fördermöglichkeiten den Anwesenden zahlreiche Hinweise gab.
Sie erwähnte zunächst, dass der Streuobstanbau in Deutschland von der UNESCO mittlerweile als immaterielles Kulturerbe aufgenommen worden sei und dass die bayerische Staatsregierung zusammen mit acht engagierten Verbänden, darunter dem Bund Naturschutz, im Jahr 2021 den bayerischen Streuobstpakt ins Leben gerufen habe. Die Referentin: „Eine Streuobstwiese ist nicht nur ein Hotspot der Biodiversität, sie ist prägend für unsere Kulturlandschaft, positiv für das Kleinklima und für viele Tier- und Pflanzenarten und bietet letztlich auch eine wirtschaftliche Wertschöpfung in Form von Früchten, Saft usw. Allerdings verschwinden in Bayern leider jedes Jahr 100.000 Streuobstbäume, seit 1965 sind bereits 70 % der Bestände verloren gegangen“, bedauerte die Expertin. Sie wies darauf hin, dass deshalb mit dem bayerischen Streuobstpakt einiges zur „Wiederbelebung“ der Streuobst-Kultur getan werden könne. Ziel dieses Paktes seien der Erhalt und die Erweiterung von Streuobstwiesen-Flächen, so sollen bis 2035 eine Million Streuobstbäume gepflanzt werden. Allerdings meinte die Referentin auch: „Das Pflanzen eines Streuobstbaumes ist das leichtere, die Pflege des Baumes und der umgebenden Wiesenfläche sowie die Verwertung des Obstes sind schon etwas schwieriger, deshalb werden mittlerweile in Form verschiedener Förderprogramme nicht nur die Pflanzung unterstützt, sondern auch die Pflege von Streuobstwiesen. Je nach Antragsteller, also zum Beispiel Privatperson oder Landwirt, können verschiedene Programme, wie beispielsweise das Vertrags-Naturschutzprogramm, oder die Landschaftspflege- und Naturpark-Richtlinien in Anspruch genommen werden. Privatleute könnten auch im Programm „Streuobst für alle“ eine Förderung aktuell von 45 Euro je gepflanztem Baum beantragen, beispielsweise über alle Vereine (z.B. Bund Naturschutz) oder Kommunen, meist läuft dies aber über die Obst- und Gartenbauvereine. Dieses Programm ist eine Initiative des ALE (Amt für Ländliche Entwicklung).“
Unterstützung bei der Antragstellung und Beratung gebe beispielsweise, so die Expertin, die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt oder auch der Landschaftspflegeverband. Ganz neu sei die Förderung auch für Altbestände ab dem 6. Jahr, hier werde je nach Aufwand in drei Klassen abgestuft eine Fördermaßnahme zum fachgerechten Schnitt nutzbar. Sie nannte auch einige Details zu den Fördermaßnahmen und bemerkte abschließend: „Es ist sehr positiv, dass auch der Bund Naturschutz hier im Bereich Arnstorf sich um die Streuobstwiesen-Kultur sehr bemüht, ich danke deshalb den Verantwortlichen hier in der BN-Ortsgruppe.“
Katrin Veicht als Vorsitzende der Ortsgruppe bedankte sich bei der Expertin und erwähnte abschließend, dass man für mehrere Bäume auf der Streuobstwiese in Kumpfmühl noch Paten suche. Ein reger Informationsaustausch und noch manche Fragen an die Streuobst-Beraterin beschlossen diese kurzweilige Zusammenkunft der Naturfreunde.  -wh


Ein Natur-Kleinod entwickelt sich wieder

Gebiet am Weilnbach bei Hainberg wird aufwendig gepflegt – Informationsveranstaltung durch Bund Naturschutz

Arnstorf, Juni 2023. Rund 25 naturinteressierte Besucher fanden sich unlängst an der Biotopfläche am Weilnbach bei Hainberg ein, um die Entwicklung dieser ökologisch wertvollen Fläche zu verfolgen. Angeregt wurde diese Informationsveranstaltung von der Vorsitzenden der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe, Katrin Veicht, die sich in Zusammenarbeit mit dem Landschaftspflegeverband und der unteren Naturschutzbehörde sehr darum bemüht, diese geschützte und der Marktgemeinde gehörende Fläche wieder ihren natürlichen Charakter annehmen zu lassen, damit sich dort wieder eine standortgerechte und vielfältige Tier- und Pflanzenwelt entwickeln kann.
Diese Aktivitäten sind nötig, da der Biotop-Charakter dieser Fläche im letzten Jahr durch nicht von der unteren Naturschutzbehörde autorisierte maschinelle Oberflächen-Bearbeitungen in größerem Ausmaß zerstört worden war. Die Arbeiten damals waren mit Billigung der Marktgemeinde erfolgt, und nicht zuletzt waren dort Biberdämme entfernt worden, was die ursprünglich vorhandene, flächenhafte Wasserrückhalte-Eigenschaft des Geländes zusätzlich zunichte gemacht hatte.
Zu der Informationsveranstaltung nun waren neben den vielen interessierten Besuchern auch Bürgermeister Christoph Brunner, der frühere Bürgermeister der Marktgemeinde, Alfons Sittinger, die Marktgemeinderäte Maria Bellmann und Peter Schaitl, der Biberbeauftragte Roland Menzel sowie Adrian Wimmer vom Landschaftspflegeverband gekommen.
Eine kleine Bilder-Ausstellung zeigte die charakteristischen Geländeteile in ihrem ursprünglichen Zustand und im Vergleich dazu nach den Bearbeitungen. So konnten die Besucher die Veränderungen auch optisch sehr gut verfolgen und sich dadurch auch einen besseren Überblick über die aktuell sich anbahnende Natur-Erholung des Geländes machen.
Altbürgermeister Sittinger bemerkte in diesem Zusammenhang, dass im Jahr 2018 anlässlich des Wettbewerbes „Unser Dorf soll schöner werden“ diese Fläche von der damals bewertenden Jury als äußerst positiv beurteilt worden war, was deshalb als Pluspunkt für die Marktgemeinde gewertet worden war. Für den Bund Naturschutz bemerkte Katrin Veicht, dass eine wesentliche Anregung für diese Veranstaltung gewesen sei, den Menschen bewusst zu machen, dass Natur sich im positiven Sinne für den Menschen auch wieder entwickeln kann, wenn man sie sich auch ungestört entwickeln lasse: „Wir möchten, dass der Natur wieder mehr Wertschätzung entgegengebracht wird“, fasste die BN-Ortsvorsitzende zusammen.
Der Landschaftspflegeverband, in dessen Obhut sich die Regenerierungs-Arbeiten an dieser Fläche nun befinden, hat in zusätzlicher, arbeitsintensiver Bemühung dafür gesorgt, dass sich auch standortgerechte Pflanzenwelt wieder entwickeln kann. Das Ganze unter anderem durch aufwendige Mähgut-Übertragung. Ein benachbarter Landwirt unterstützt hier diese Arbeiten sehr, wie Katrin Veicht bemerkte, und zum Teil sei sogar Handarbeit nötig.
Wie die Besucher feststellten, ist derzeit zwar noch nicht allzu viel an ursprünglicher Natur zu sehen. Nicht zuletzt durch die Trockenheit der letzten Wochen habe eine für die Tier- und Pflanzenwelt in diesem Bereich sehr sinnvolle Durchfeuchtung leider nicht erfolgen können, auch sei der Biber nicht wieder aktiv geworden. Von Naturschutz-Seite wurde angemerkt, dass die Aktivitäten des Bibers für die Wasserrückhaltung im Gelände sehr wertvoll seien und deshalb auch dem Menschen zugute kämen. Abschließend bemerkte die Bund-Naturschutz-Ortsvorsitzende, dass es den beteiligten Akteuren sehr am Herzen gelegen sei, dass die Bevölkerung in diesem Gebiet erkennen könne, wie wertvoll eine intakte Natur sei. Deshalb solle auch diese Informationsveranstaltung im nächsten Jahr wiederholt werden, damit man sehen könne, wie sich dieses Natur-Kleinod weiter entwickelt, wenn man die Natur in angemessener Weise sich selbst überlasse.   -wh


Die „Umweltbande“ lernte den Biber kennen

Kindergruppe des BN Arnstorf unterwegs – Viele Umwelt-Details erfahren

Arnstorf, März 2023. In der ersten Gruppenstunde der Umweltbande der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe Kollbachtal drehte sich alles um den Biber. Bei sonnigen Frühlingstemperaturen machte sich die Kindergruppe unter der Leitung von Maria Watzl auf den Weg entlang der Kollbach, um nach Biberspuren zu suchen. Die Kinder mussten nicht weit gehen, um die ersten Biberrutschen zu finden. Dabei handelt es sich um Pfade, die der Biber immer wieder benutzt, um sich auf Nahrungssuche zu begeben.
Nach wenigen hundert Metern war die Aufregung bei den Kindern groß, weil sie im Wasser ein totes Säugetier entdeckt hatten, das sie für eine Biber hielten. Nach genauerer Betrachtung stellte sich allerdings heraus, dass es sich um einen Dachs handelte, der in der Kollbach zu Tode gekommen war. Hier bot sich die Gelegenheit über die typischen Merkmale eines Bibers zu sprechen. Biber gehören zu den Nagern, was ihre scharfen immer wieder nachwachsenden Nagezähne beweisen. Sie haben ein extrem dichtes Fell, das sie vor Unterkühlung im Wasser schützt; da ihr Lebensraum das Wasser ist, haben sie Schwimmhäute an den Hinterfüßen und eine schuppige, flache Biberkelle, die als Steuerruder beim Schwimmen und als Stütze beim Sitzen dient. Anhand eines Biberfelles konnten die Besonderheiten des Bibers genauer betrachtet werden. Anschauungsmaterial und viele Informationen rund um den Biber konnten die Kinder mit dem „Biberrucksack“ gewinnen, der ebenfalls mit dabei war; dieser kann für die Durchführung von umweltpädagogischen Maßnahmen von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Rottal Inn kostenlos ausgeliehen werden.
An einem Altwasser der Kollbach entdeckten die Kinder dann eine „Biberburg“. Maria Watzl erläuterte, dass es sich dabei um einen Mittelbau handelt, bei dem der Wohnkessel weiter nach oben ins Trockene verlegt und die dünne Decke mit zahlreichen Ästen und Zweigen verstärkt worden ist. In dem Bau findet eine ganze Familie Platz; dazu gehören die Bibereltern, die ein ganzes Leben lang zusammenbleiben, und die Jungtiere von diesem und von letztem Jahr. Die Biber gelten im Familienverbund als sehr soziale Wesen, und so betreiben sie gegenseitige Fellpflege.
In der Nähe des Mittelbaus waren weitere Biberspuren wie abgenagte Zweige und gefällte Bäume zu finden. Die Kinder erfuhren, dass sich der Biber als reiner Vegetarier im Winter hauptsächlich von der Rinde verschiedener Bäume ernährt, im Sommer stehen über 170 Kräuter und Stauden auf seinem Speiseplan, aber auch Feldfrüchte wie Raps, Mais und Zuckerrüben.
Durch seine Aktivitäten am Wasser, wie Bäume fällen, Dämme bauen, Wasser anstauen usw. leistet der Biber einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Artenvielfalt, weil er mehr Lebensraum schafft für Pflanzen, Amphibien, Insekten und auch für Vögel wie den Eisvogel und die Weidenmeise. Durch seine Dämme wird Wasser angestaut und so das Wasser in der Fläche gehalten, lernten die Kinder, was in Zukunft immer wichtiger werde, da durch den Klimawandel die Sommer immer trockener werden. Im weiteren Verlauf der Gruppenstunde ging es zum Bauwagen bei der Kiesgrube in Dellendorf, wo noch Zeit für eine Brotzeit, zum Malen und zum Bau einer tollen Kugelbahn war.    -wh


Sportplatz-Ausgleichsflächen in der Diskussion

Fachgespräch mit Arnstorfs Bürgermeister Brunner – Flächenerweiterung zugesichert

Arnstorf. Um einige natur- und umweltfachliche Unklarheiten im Zusammenhang mit dem Bau der neuen Sportanlage am Schulzentrum zu besprechen, trafen sich im Rathaus der Marktgemeinde zusammen mit Bürgermeister Christoph Brunner vom örtlichen Bund Naturschutz die Vorsitzende Katrin Veicht mit dem Stellvertreter Herbert Weiß, Maria Watzl sowie BN- Regionalreferentin Rita Rott, von der Planungsfirma COPLAN AG Felicitas Kurmis, von der Forstverwaltung Arnstorf Benjamin Scharnagel, von der unteren Naturschutzbehörde Karlheinz Koller. Dem Bund Naturschutz lag vor allem am Herzen, dass für die gefällten Bäume möglichst zahlenmäßig und qualitativ hochwertiger Ersatz geschaffen werde.
Bürgermeister Brunner schilderte zunächst, dass die aktuellen Einwände zur Erteilung der Baugenehmigung für die Marktgemeinde Probleme brächten, da wegen der daraus resultierenden Verzögerung keine Ausschreibungen für weitere Arbeiten gemacht werden könnten und auch die Terminlage für Fördermöglichkeiten dadurch sehr eng werde.
Katrin Veicht betonte, dass die Einwände nicht durch den Bund Naturschutz veranlasst worden seien, und dass auch die in einem anderen Zeitungsartikel angesprochenen Mulmhöhlen-Thematik nicht vom Bund Naturschutz angestoßen worden wäre. Diese Thematik sei ebenfalls der unteren Naturschutzbehörde nicht bekannt, erläuterte Karlheinz Koller: Die untere Naturschutzbehörde könne erst weiter tätig werden, wenn die artenschutzrechtliche Potentialabschätzung vorliegen würde und ein landschaftspflegerischer Begleitplan (LBP) mit Ausgleichsbilanzierung nach der Bayerischen Kompensationsverordnung (BayKompV) erstellt sei. Bürgermeister Brunner bat dann darum, diese Stellungnahme der unteren Naturschutzbehörde rasch zu erstellen, zumal die artenschutzrechtliche Potentialabschätzung durch das Planungsbüro jetzt vorliege, was auch Felicitas Kurmis von der Coplan AG bestätigte, und dass dann von der Marktgemeinde ein ganz normaler Bauantrag gestellt werde.
Felicitas Kurmis fasste dann das Ergebnis der artenschutzrechtliche Potentialabschätzung zusammen und erwähnte, dass von dieser Seite aus keine Bedenken wegen Fledermaus-, Vogel- und Amphibienvorkommen bestünden und dass damit artenschutzrechtlich soweit alles in Ordnung sei.
In einer allgemeinen Besprechung – auch an entsprechenden Planungsunterlagen – wurde dann auf eine potentielle Ausgleichsfläche der Marktgemeinde eingegangen, die ca. 1,5 km entfernt ist. Diese Fläche sei nach den vorliegenden Unterlagen des Planungsbüros schon sehr gut als Ausgleichsfläche geeignet, hier solle zusammen mit Forstfachleuten zusätzlich zur jetzt bereits vorgenommenen Totholz-Bestückung zunächst weitere geeignete Bepflanzung angelegt werden. Bürgermeister Brunner sicherte außerdem zu, nach Möglichkeit an der Südwest-Ecke im Bereich der Laufbahn-Kurve zusätzlich Pflanzungen vorzunehmen. Karlheinz Koller mahnte dringend an, dass die gewählte Ausgleichsfläche rechtlich abgesichert auch im Eigentum der Gemeinde bleiben solle. Auch erwähnte er, dass bezüglich der Wertpunkte dieser Fläche der Ziel-Zustand in etwa 25 Jahren zu berücksichtigen sei, ob auch in diesem Zeithorizont die Ausgleichsforderung noch erfüllt sei. Felicitas Kurmis erwähnte noch, dass dann, wenn die Planung für ein im nordwestlichen Bereich des Sportplatzes anzulegendes Regenrückhaltebecken endgültig vorliege, man entsprechende Planungen für die Bepflanzungsmaßnahmen weiter vornehmen solle. Sie riet dringend, dass die Bepflanzungsmaßnahmen in möglichst kurzer Zeit schon an den geforderten Endzustand kommen sollten. Hierzu bemerkte Bürgermeister Brunner, dass von der Marktgemeinde so viel Flächen erworben wurden, dass eine umfangreiche Bepflanzung möglich sein sollte, andernfalls würde man nochmals in Gespräche mit dem dortigen Grundeigentümer gehen. Bürgermeister Brunner: „Wir werden sehr darauf dringen, dass die Ausgleichsfläche mit bestmöglicher Bepflanzung bestückt werden solle, so dass wir dort wirklich eine optimale naturschutzgerechte Ausstattung hinbekommen. Allerdings haben wir Zeitdruck, damit wir die Ausschreibungen herausgeben können und Förderungen nicht verloren gehen.“ Der Erwerb zusätzlicher Flächen am Sportplatz müsse auch, so die Meinung der Naturschutz-Fachleute, in Betracht gezogen werden.
Für die untere Naturschutzbehörde betonte Karlheinz Koller, dass die artenschutzrechtlichen Aspekte erledigt und seien und kein k.o.-Kriterium darstellen würden, er zeigte sich zuversichtlich, dass man ausgleichstechnisch sicher alles in gemeinschaftlicher Zusammenarbeit in den Griff bekommen werde.
Maria Watzl wies abschließend noch darauf hin, dass wohl der Eindruck entstanden sei, dass der Bund Naturschutz die Maßnahmen am Sportplatz blockiert habe, was aber nicht richtig sei. Freilich gebe es bestimmte rechtliche Vorgaben, die einzuhalten wären.
Für den Bund Naturschutz bedankte sich Katrin Veicht für den Gesprächstermin und bat darum, dass künftig bei allen die naturschutzfachlichen Belange betreffenden Vorhaben rechtzeitig gemeinsam kommuniziert werden solle. Das weitere Vorgehen wurde anschließend dahingehend bestätigt, dass die Planungsfirma COPLAN AG jetzt an der weiteren Planung arbeite und zusätzlich als Ausgleich hinzukommende Flächen ebenfalls mit einbeziehen werde.   -wh


„Die Bäume sind weg“

Bund Naturschutz verurteilt Fällungen an Arnstorfer Sportanlage – BN: "Zeichen der Zeit nicht erkannt“
Arnstorf. Wegen der Erweiterung der Sportanlage am Schulzentrum in Arnstorf an der Eggenfeldener Straße um eine 400-m-Laufbahn soll der jetzt bestehende ältere und kleinere Sportplatz aufgelöst und nach Westen hin erweitert werden. Dafür müssten, so die Planungen, rund 30 Linden im besten Alter von etwa 30 Jahren der Kettensäge weichen und gefällt werden. Der Bund Naturschutz in Arnstorf hat größte Bedenken gegen die geplante neue und größere Sportanlage erhoben und stellte die Frage, ob eine derart große Anlage für den Markt Arnstorf überhaupt nötig sei und ob man deshalb derartig viele Bäume einer überdimensionierten Sportanlage opfern müsse? Der Markt Arnstorf, vertreten durch den 1. Bürgermeister Christoph Brunner, hat auf eine Sachstands-Anfrage und die Bitte um Erhalt der Bäume durch die 1. Orts-Vorsitzende des Bund Naturschutz, Katrin Veicht, vor längerer Zeit mitgeteilt, dass die Fällungen wohl unumgänglich seien. Er sicherte aber zu, zumindest umfangreiche Neupflanzungen realisieren zu können.
Ein Teil der Bäume wurde nun bereits entfernt. Es waren 14 Linden, 2 Kiefern und ein Ahornbaum, die im besten Alter und Zustand waren und die am westlichen Rand des bestehenden Sportgeländes gefällt worden sind. Dies nahmen viele Mitglieder des Bund Naturschutz zum Anlass, in einer Plakat-Protestaktion unter dem Motto „Bäume sind wichtig“ diese Baumfällungen zu verurteilen und zu fordern, dass erstens mindestens der restliche Bestand der Linden geschützt werde und dass zweitens wenigstens massive Neupflanzungen vorgenommen werden, wenngleich klar sei, dass junge Ersatzpflanzungen niemals den positiven Effekt bezüglich Luftreinhaltung, Kühlung, Schattenspendung, Kohlenstoff-Speicherung, Wasserhaushalt und Artenschutz erzielen könnten wie der Erhalt alter und gesunder Bäume, was damals dem Bürgermeister auch mitgeteilt worden sei.
„Gerade der jüngeren Generation gegenüber sollten die Entscheidungsträger der Marktgemeinde ein Vorbild sein und in einer Zeit des drastischen Artenrückganges und der drohenden Klimakatastrophe den Erhalt der Natur in den Vordergrund zu stellen“, sagen die Naturschützer anlässlich der jetzigen Protestaktion, und weiter: „Doch ein großer Teil der Bäume ist jetzt weg. Die Kinder werden sich in vielen Jahren daran erinnern, was mit den wertvollen Linden geschehen ist, und ihnen wird bewusst sein, wer dies verursacht und daran mitgearbeitet hat, wieder ein kleines Stück wertvoller Natur zu zerstören. Gerade die jetzige Erwachsenen-Generation ist es, die in den letzten Jahrzehnten aus Unverständnis mit dafür gesorgt hat, dass die Natur jetzt in einem desolaten Zustand ist und dass es versäumt wurde, das Ruder im Sinne des Naturerhaltes herumzureißen. Solche Aktionen wie die jetzigen Baumfällungen sind genau das Gegenteil dessen, was eigentlich nötig wäre. Die Zeichen der Zeit werden offensichtlich nicht erkannt und dementsprechend gehandelt. Dabei könnte der für die Jugend so wichtige Sport doch auch auf der bestehenden Anlage betrieben werden, wenn man sie einfach nur sanieren würde. Und in Zukunft wird sich auch zeigen, wie selten wirklich der ganze Umfang der größeren Sportanlage benötigt wird und wie oft man doch auch mit der kleineren Anlage für den gedachten Zweck der Sportausübung zurecht gekommen wäre.“   -wh


Müssen wertvolle alte Bäume weg?

Bund Naturschutz gegen Fällungen an Arnstorfer Sportanlage - BN: "Zeichen für echten Klimaschutz setzen"
Arnstorf. Wegen der Erweiterung des Schulzentrums in Arnstorf an der Eggenfeldener Straße um eine große Sportanlage mit 400-m-Laufbahn soll der jetzt bestehende ältere und kleinere Sportplatz aufgelöst werden. An seiner Stelle soll das größere Sportgelände entstehen, für das aber zusätzliche Flächen im Westen benötigt werden. Der Erwerb dieser zusätzlichen Flächen wurde nun möglich, ein Planentwurf für die neue, größere Anlage ist bereits beim Landratsamt eingereicht worden.
Für die neue Anlage müssten nun rund 30 Linden im besten Alter von etwa 40 Jahren der Kettensäge weichen und gefällt werden.
Der Bund Naturschutz in Arnstorf erhebt nun größte Bedenken gegen die geplante neue und größere Sportanlage und stellt die Frage, ob eine derart große Anlage für den Markt Arnstorf überhaupt nötig ist und ob man deshalb derartig viele Bäume einer überdimensionierten Sportanlage opfern müsse. Der Markt Arnstorf, vertreten durch den 1. Bürgermeister Christoph Brunner, hat auf eine Sachstands-Anfrage und die Bitte um Erhalt der Bäume durch die 1. Orts-Vorsitzende des Bund Naturschutz, Katrin Veicht, unlängst mitgeteilt, dass die Fällungen wohl unumgänglich seien und schreibt: "Natürlich werden die Bäume so lange stehen bleiben wie nur möglich, jedoch in dem gesetzlich vorgeschriebenen Zeitraum sicherlich weichen müssen. Ein Erhalt der Bäume wäre nur mit einer der ganz frühen Planungen möglich gewesen, die Grundsatzentscheidung pro 400-m-Bahn lässt keine andere Möglichkeit zu! Vielen Dank für die Hinweise. Ich bin mir sicher, dass wir zumindest umfangreiche Ersatzpflanzungen hinbekommen werden!"
Bezüglich Ersatzpflanzungen soll der Markt Arnstorf laut eines Hinweises des 1. Bürgermeisters mittlerweile auch in Gesprächen sein, um entsprechende Flächen für diese Ersatzpflanzungen erwerben zu können. In einer Nachricht an die BN-Vorsitzende schreibt der Bürgermeister: "Wir hoffen, dass durch die zur Verfügungstellung von mehr Fläche uns eine Möglichkeit geboten wird, im weiteren Verlauf zur Schule eine Ersatzpflanzung vornehmen zu können."
Der Bund Naturschutz wendet sich nach wie vor gegen den Bau der größeren Sportanlage, schlägt die Verbesserung der bestehenden Anlage vor und fordert damit den Erhalt des gesamten bestehenden Baumbestandes. Bezüglich Ersatzpflanzungen ist der BN der Meinung, dass gerade in der heutigen Zeit des unübersehbaren Klimawandels der Erhalt jedes Baumes unverzichtbares Ziel einer glaubwürdigen Klimaschutz-Politik sein müsse und dass junge Ersatzpflanzungen niemals den positiven Effekt bezüglich Luftreinhaltung, Kühlung, Schattenspendung, Kohlenstoff-Speicherung, Wasserhaushalt und Artenschutz erzielen könnten wie der Erhalt alter und gesunder Bäume. Dies wurde auch dem Bürgermeister mit folgendem Wortlaut mitgeteilt: "Selbst dann würden neu gepflanzte Bäume erst mit Verzögerung zur Kohlenstoffsenkung beitragen. Die entstandene 'Kohlenstoffschuld' wieder auszugleichen dauere mindestens Jahrzehnte. Wir bräuchten aber die sofortige Vermeidung von zusätzlichen Treibhausgasen." - Gerade in Bezug auf eine Vorbildfunktion für die Jugend im Sinne des Klima- und Artenschutzes sollte die Gemeinde, so der Bund Naturschutz, eine Vorreiterrolle einnehmen und mit dem Erhalt des Baumbestandes und einer Renovierung der bestehenden Sportanlage ein Zeichen setzen.    -wh


Wertvolle Öko-Fläche bei Arnstorf erneut beschädigt

Reparatur-Maßnahmen konterkariert – Schwieriges Thema der Biberdämme

Arnstorf/Hainberg. Im Frühsommer dieses Jahres war auf Intervention der Unteren Naturschutzbehörde und des Bund Naturschutz eine eigentlich geschützte aber durch den Bauhof der Marktgemeinde aufgrund offensichtlicher Missverständnisse dennoch beschädigte Ökofläche am Weilnbach bei Hainberg durch den Bauhof wieder etwas naturnäher repariert worden. Damals wurde diese Fläche zudem der Pflege und damit der Obhut des Landschaftspflegeverbandes übergeben. Mittlerweile hatte sich die Fläche ein wenig erholt, zudem war vom Landschaftspflegeverband eine Mähgut-Übertragung vorgenommen worden, um verstärkt der heimischen Pflanzenwelt wieder eine Chance zu geben.
Doch unlängst wurden erneut deutliche Schäden an der Fläche offensichtlich durch Bearbeitung festgestellt. Es sind tiefe Maschinenspuren, wohl eines Baggers oder dergleichen, auf der gesamte Fläche zu sehen. Auch wurden Totholzstämme – vor Ort – geschnitten und entfernt. Die Mähgutübertragung ist zerstört und der Boden verdichtet. Zudem wurden auch am bachabwärts gelegenen, unteren Ende an einer bislang nicht berührten Brachfläche Richtung Triefelden ebenso wie im oberen Teil jeweils ein Biberdamm beseitigt.
Auf Initiative der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe Kollbachtal fand deshalb erneut vor Ort eine Unterredung statt, an der neben Bürgermeister Christoph Brunner auch Karlheinz Koller von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt, Marijana Schmidt vom Wasserwirtschaftsamt Deggendorf, Rainer Blaschke vom Landschaftspflegeverband, Michael Sattelberger als Anrainer, Bauhofleiter Wolfgang Zimmermann und Katrin Veicht vom Bund Naturschutz teilgenommen haben.
Bürgermeister Christoph Brunner wies zunächst darauf hin, dass man auf Beschwerden von Bürgern reagiert habe. Die Entfernung der Biberdämme könne ja eine Vergrämung bewirken. Außerdem wies er auf die Bedeutung der Fläche als Hochwasserschutz für Triefelden hin, wofür er sich verantwortlich fühle.
Vom Wasserwirtschaftsamt bemerkte Marijana Schmidt, dass die Fläche primär Naturschutzzwecken diene, mit Ausnahme von Arbeiten der Gewässerunterhaltung in Absprache mit den zuständigen Behörden: „Hier zählt die Biberdamm-Entfernung nicht zum ordnungsgemäßen Gewässerunterhalt. Es wird zwar, was eigentlich sinnvoll ist, Wasser in der Fläche zurückgehalten, jedoch eine nennenswerte Hochwasser-Schutzfunktion hat dieses Gebiet aufgrund der relativ flachen Teiche nicht.“
Karlheinz Koller von der Unteren Naturschutzbehörde wies ebenso wie Katrin Veicht vom BN darauf hin, dass es sich hier um eine im Eigentum der Gemeinde stehende Ausgleichsfläche handle, die vorrangig dem Naturschutz diene und auch entsprechend kartiert sei, und dass deshalb auch der Biber seine Daseinsberechtigung habe.
Im Verlauf des Gespräches war zwar vom Bürgermeister und den Bauhof eingeräumt worden, Reparaturarbeiten veranlasst zu haben, es war aber in der Gesprächsrunde nicht zu klären gewesen, wie genau die Auftrags-Kette zur erneuten Bearbeitung des Geländes abgelaufen sei, was Katrin Veicht vom Bund Naturschutz zur Bemerkung brachte, warum erneut Maschinenarbeit auf der Fläche erfolgt sei ohne Rücksprache mit der Unteren Naturschutzbehörde. Karlheinz Koller machte deutlich: „Sollte ein Grund vermutet werden, warum hier Biber-Dämme weggenommen oder andere Arbeiten durchgeführt werden sollten, so ist jeweils mit uns am Landratsamt Rücksprache zu halten. Ohne Genehmigung darf dies nicht erfolgen.
Geklärt werden konnte das Zersägen und Entfernen der Totholz-Baumstämme: Ein älterer Nachbar habe dies wohl aus „Sauberkeitsgründen“ erledigt und die eigentliche Funktion des Totholzes ebenso wenig erkannt wie die Tatsache, dass dies auf gemeindlichem Grund erfolgt sei, so der Anrainer Michael Sattelberger.
Rainer Blaschke vom Landschaftspflegeverband bemerkte, dass es anzustreben sei, wenn es hier wieder naturnäher werde, man müsse dies allerdings den Bürgern erläutern. Er plädierte dafür, zeitlich versetzt und örtlich abschnittsweise die Teilentlandung und möglichst naturnahe Wiederherstellung in Übereinstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde vorzunehmen.
Marijana Schmidt vom Wasserwirtschaftsamt betonte erneut, dass die Fläche zwar dem Rückhalt von Wasser in der Landschaft diene und als solche auch naturnah erhalten bleiben solle, dass sie aber keine Hochwasser-Schutzmaßnahme darstelle. Für die genaue Ermittlung der Wasserrückhaltefunktion müsse man allerdings aufwändige Modellierungen vornehmen.
Bürgermeister Christoph Brunner bilanzierte schließlich für die Marktgemeinde: „Wir machen hier nichts mehr“. Und für die Untere Naturschutzbehörde merkte Karlheinz Koller an, dass bei weiteren ungenehmigten Arbeiten die Polizei eingeschaltet werde.
Für den Bund Naturschutz sicherte schließlich Ortsgruppenvorsitzende Katrin Veicht zu, im nächsten Frühjahr oder Sommer für BN-Mitglieder und die Bevölkerung eine Informations- und Aufklärungs-Veranstaltung am Gelände durchzuführen.    -wh


Mit der Umweltbande im Wald


Müssen wertvolle alte Bäume weg?

Bund Naturschutz gegen Fällungen an Arnstorfer Sportanlage - BN: "Zeichen für echten Klimaschutz setzen"

Arnstorf, Oktober 2022. Wegen der Erweiterung des Schulzentrums in Arnstorf an der Eggenfeldener Straße um eine große Sportanlage mit 400-m-Laufbahn soll der jetzt bestehende ältere und kleinere Sportplatz aufgelöst werden. An seiner Stelle soll das größere Sportgelände entstehen, für das aber zusätzliche Flächen im Westen benötigt werden. Der Erwerb dieser zusätzlichen Flächen wurde nun möglich, ein Planentwurf für die neue, größere Anlage ist bereits beim Landratsamt eingereicht worden.
Für die neue Anlage müssten nun rund 30 Linden im besten Alter von etwa 40 Jahren der Kettensäge weichen und gefällt werden.
Der Bund Naturschutz in Arnstorf erhebt nun größte Bedenken gegen die geplante neue und größere Sportanlage und stellt die Frage, ob eine derart große Anlage für den Markt Arnstorf überhaupt nötig ist und ob man deshalb derartig viele Bäume einer überdimensionierten Sportanlage opfern müsse. Der Markt Arnstorf, vertreten durch den 1. Bürgermeister Christoph Brunner, hat auf eine Sachstands-Anfrage und die Bitte um Erhalt der Bäume durch die 1. Orts-Vorsitzende des Bund Naturschutz, Katrin Veicht, unlängst mitgeteilt, dass die Fällungen wohl unumgänglich seien und schreibt: "Natürlich werden die Bäume so lange stehen bleiben wie nur möglich, jedoch in dem gesetzlich vorgeschriebenen Zeitraum sicherlich weichen müssen. Ein Erhalt der Bäume wäre nur mit einer der ganz frühen Planungen möglich gewesen, die Grundsatzentscheidung pro 400-m-Bahn lässt keine andere Möglichkeit zu! Vielen Dank für die Hinweise. Ich bin mir sicher, dass wir zumindest umfangreiche Ersatzpflanzungen hinbekommen werden!"
Bezüglich Ersatzpflanzungen soll der Markt Arnstorf laut eines Hinweises des 1. Bürgermeisters mittlerweile auch in Gesprächen sein, um entsprechende Flächen für diese Ersatzpflanzungen erwerben zu können. In einer Nachricht an die BN-Vorsitzende schreibt der Bürgermeister: "Wir hoffen, dass durch die zur Verfügungstellung von mehr Fläche uns eine Möglichkeit geboten wird, im weiteren Verlauf zur Schule eine Ersatzpflanzung vornehmen zu können."
Der Bund Naturschutz wendet sich nach wie vor gegen den Bau der größeren Sportanlage, schlägt die Verbesserung der bestehenden Anlage vor und fordert damit den Erhalt des gesamten bestehenden Baumbestandes. Bezüglich Ersatzpflanzungen ist der BN der Meinung, dass gerade in der heutigen Zeit des unübersehbaren Klimawandels der Erhalt jedes Baumes unverzichtbares Ziel einer glaubwürdigen Klimaschutz-Politik sein müsse und dass junge Ersatzpflanzungen niemals den positiven Effekt bezüglich Luftreinhaltung, Kühlung, Schattenspendung, Kohlenstoff-Speicherung, Wasserhaushalt und Artenschutz erzielen könnten wie der Erhalt alter und gesunder Bäume. Dies wurde auch dem Bürgermeister mit folgendem Wortlaut mitgeteilt: "Selbst dann würden neu gepflanzte Bäume erst mit Verzögerung zur Kohlenstoffsenkung beitragen. Die entstandene 'Kohlenstoffschuld' wieder auszugleichen dauere mindestens Jahrzehnte. Wir bräuchten aber die sofortige Vermeidung von zusätzlichen Treibhausgasen." - Gerade in Bezug auf eine Vorbildfunktion für die Jugend im Sinne des Klima- und Artenschutzes sollte die Gemeinde, so der Bund Naturschutz, eine Vorreiterrolle einnehmen und mit dem Erhalt des Baumbestandes und einer Renovierung der bestehenden Sportanlage ein Zeichen setzen.    -wh


Naturschutzarbeit: Erfolge, aber auch Probleme

Jahreshauptversammlung der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe Kollbachtal – Vortrag zu Ökoflächen-Schädigung

Arnstorf. Unlängst trafen sich die Mitglieder der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe Kollbachtal zu ihrer Jahreshauptversammlung im Kirchenwirt. Bei der Begrüßung hieß die Vorsitzende Katrin Veicht besonders auch den 1. Bürgermeister Christoph Brunner und den Chronisten Hans Hagn willkommen; letzterer hatte vor allem die Geschichte des Weilnbachs und der ökologisch wertvollen Fläche dort dokumentiert.

Es folgte ein Rückblick der Vorsitzenden auf das Jahr 2021 und das bisherige 2022. Sie erwähnte die Streuobstwiesenfeste 2021 in Kumpfmühl und im April 2022 in Westerndorf, die hervorragend gut besuchte Pilzwanderung im Oktober 2021 mit dem Pilzsachverständigen und dem BN-Ortsgruppen-Vorsitzenden aus Landau, Franz Meindl. Auch die naturfachlich hochinteressante Wanderung durch das Niedermoor im Mai 2022 mit dem Experten Christoph Stein fand Erwähnung. Besonders freute sich die Vorsitzende über die junge „Umweltbande“, die in Wald und am Stausee in Postmünster aktiv gewesen sei. Auch erwähnte sie, dass von den Jugendlichen im April 2022 fünf Obstbäume mit den dankenswerterweise von einem Mitglied zur Verfügung gestellten 1000 Euro gepflanzt worden seien.

Die Vorsitzende begrüßte auch, dass nach 2-jähriger Pause nun auch wieder eine Haus- und Straßensammlung durchgeführt wurde und vom Mitglied Hermann Koch gut 1000 Euro für die praktische Natur- und Artenschutz-Arbeit gesammelt worden seien. Ebenfalls erwähnte sie lobend, dass von Monika Brunner-Lenz in Sattlern bei Mariakirchen bei der jährlichen Rettungsaktion anlässlich der Amphibien-Wanderungen in diesem Frühjahr rund 600 Kröten, Frösche und andere Amphibien vor dem Straßentod gerettet worden seien.

„Ich danke allen Aktiven, die sich in den zurückliegenden und leider durch die Corona-Pandemie in den Aktivitäten nur eingeschränkt nutzbaren Jahren so um die Natur- und Artenschutz-Belange in unserem Bereich engagieren“, schloss die Vorsitzende ihren Rückblick und leitete damit über zum Kassenbericht, der durch Herman Koch erteilt wurde und eine zufriedenstellende Bilanz ergeben hatte.

Den Informationsteil der Hauptversammlung bildete ein Bildervortrag von Hans Hagn zur Geschichte und zur ökologischen Bedeutung der Fläche bei Hainberg, die ein Feuchtbereich mit wertvoller Verlandungs-Vegetation mit für den Landschaftswasserhaushalt günstiger Rückhaltefunktion gewesen sei. Leider sei diese Fläche im Frühjahr durch überzogene Hochwasserschutzmaßnahmen der Gemeinde zerstört worden. Unzureichende Information über schützenswerte Gebiete und daraus resultierend eine mangelhafte Kommunikation in der Marktgemeinde mit zuständigen Fachdienststellen hätten demnach in der Auffassung des Bund Naturschutz und anderer Experten zu dieser Schädigung geführt.
Abschließend dankte die Vorsitzende nochmals  allen Mitgliedern in der Ortsgruppe sowie allen Helfern und Förderern des Naturschutz für die stets zuverlässige Arbeit.  


50 Jahre Naturschutz auf den Kollbachwiesen

Bund Naturschutz lud zu einer Exkursion ein – Klimawandel deutlich bemerkbar

Arnstorf, Mai 2022. Pünktlich zum europäischen Natura 2000-Tag lud die Ortsgruppe Arnstorf des Bund Naturschutz zu einer kleinen Exkursion über die Kollbachwiesen bei Jägerndorf ein. Anlass war u.a., dass vor 50 Jahren mit einem botanischen Gutachten die Bedeutung der Kollbachwiesen für die natürliche Artenvielfalt offenbar wurde und daraufhin Flächenkauf und Biotoppflege durch den Bund Naturschutz einsetzten und bis heute weitergeführt wird.
BN-Ortsvorsitzende Katrin Veicht konnte neben Arnstorfs Bürgermeister Christoph Brunner und seinem Stellvertreter Konrad Stadler auch Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde Rottal-Inn, der Landschaftspflegeverbände Rottal-Inn und Dingolfing-Landau, der BN-Kreis- und Ortsgruppen Rottal-Inn, Arnstorf, Eichendorf und Landau begrüßen. Auch örtliche Landwirte waren der Einladung gefolgt.
Als Exkursionsleiter wies Ortskenner Christoph Stein auf die bis heute hohe Artenvielfalt des Gebietes hin: „Nach 50 Jahren Betreuung der Kollbachwiesen sowie ca. 40 Jahren intensiver Pflege wie Streuwiesen- und Schilfmahd kann man feststellen, dass das in den 1980er Jahren ausgegebene Leitbild, das früher übermannshohe Schilf entscheidend zurückzudrängen und eine Feucht- und Streuwiesenvegetation herzustellen, auch eingetreten ist. Das ist ein sehr schöner Erfolg für die Biotop- und Flächenpflege, die darin gipfelte, dass die Kollbachwiesen in das europäische Naturschutz-Netzwerk Natura 2000 aufgenommen wurde“.
Er bedankte sich bei allen Engagierten, die sich in den letzten Jahrzehnten mit großer Anstrengung, mit innovativem Einsatz und großem Beharrungsvermögen für den Erhalt der Artenvielfalt hier eingesetzt hätten.
Gleich zu Beginn stieß die Gruppe auf einen kleinen Bestand des Schmalblättrigen Wollgrases, das im Landkreis Rottal-Inn nur mehr wenige Vorkommen besitzt. Per Bohrstock wurde auch der Bodenaufbau der Wiesen ermittelt. Dabei zeigte sich, dass auf einer blauen, tonig-lehmigen Schicht ein flacher Torfhorizont mit vielen unzersetzten Pflanzenfasern aufliege. „Die flache Lage der Kollbachwiesen sowie eine natürliche Senke an deren Nordrand führt zu dauernassen Bedingungen, so dass sich hier ein flaches Moor entwickeln konnte“, erläuterte Gebietskenner Rudi Tändler. „Diese flache Moor-Schicht ist Existenzgrundlage für botanische Raritäten wie Fieberklee, Sumpf-Blutauge und Schwarzschopf-Segge“, führte Botaniker Christoph Stein weiter aus. Er erinnerte daran, dass vor ca. 10 Jahren bereits ein ähnlicher Spaziergang unternommen wurde. „Damals konnten wir noch einen größeren Bestand des Moor-Greiskrautes sehen, der aber leider aus den Kollbachwiesen verschwunden sei“, bedauerte Stein.
„Der Klimawandel macht sich leider auch auf den Kollbachwiesen bemerkbar, da die früher hier nicht bekannte temporäre Bodentrockenheit offenbar einigen Moorpflanzen schwer zu schaffen macht“, fasste Stein seine Beobachtungen zusammen.
Nach 40 Jahren der Biotoppflege müsse man sich hier nun neuen Aufgaben stellen und sehen, dass der Bodenwasserhaushalt stabilisiert werden könne. „Die Winternässe muss möglichst lange in das Frühjahr hinübergerettet werden“, so Stein. Falle der Torfhorizont trocken, würde sich dieser zersetzen und eine Art natürliche Aufdüngung der Feuchtfläche eintreten. Dies gelte es zu verhindern, da ansonsten trotz der sorgfältigen Pflege mit weiteren Artenverlusten zu rechnen sei. Beispiel hierfür sei die Trollblume, die in den letzten 10 Jahren einen dramatischen Einbruch im gesamten Landkreis aber auch auf den Kollbachwiesen hinnehmen musste, bedauerte Botaniker Stein, der sich mit dieser Art seit vielen Jahren beschäftigt.
Die Kollbachwiesen wurden in den letzten Jahren weiterhin botanisch intensiv untersucht. So konnten verschiedene sehr seltene Gold-Hahnenfuß-Arten entdeckt werden, die den hohen Artenschutz-Wert des Areals erneut belegten. Diese Gold-Hahnenfüße wurden erst vor wenigen Jahrzehnten für die Wissenschaft beschrieben und kommen weltweit praktisch nur in Ober- und Niederbayern vor. „Damit haben wir also auf den Kollbachwiesen auch eine endemische Flora, wie man das nur von abgelegenen Inseln oder Berggipfeln kennt“, erläuterte Stein. Zu nennen seien Abgestutzter Gold-Hahnenfuß und Gestielter Gold-Hahnenfuß.
Eine Augenweide bot eine bunte, von den Eigentümern vorbildlich bewirtschaftete Feuchtwiese mit ihrem noch sehr schönen Bestand des Breitblättrigen Knabenkrautes. Auch die violett blühende Bach-Kratzdistel und seltene Grasarten konnte man auf dieser Fläche entdecken. Spontaner Applaus für die Eigentümer belohnte dieses vorbildliche Engagement. In diesem Zusammenhang dankte man unter anderem Anton Goldbrunner aus Bach und der Familie Braumüller aus Wabach für ihr Engagement bei der Pflege.
Zum Abschluss bedankte sich Katrin Veicht mit einem kleinen Umtrunk bei allen Teilnehmern, bat auch weiterhin um tatkräftiges Engagement für die Kollbachwiesen sowie um Unterstützung durch Eigentümer, Verbände und Behörden.    -wh