OG Kollbachtal (Arnstorf)

Vorsitz: Katrin Veicht, Wiesenstr. 1, 94424 Arnstorf, Mobiltel.:0152-54 26 65 45, Mail: veichtk@gmx.de


„Die Bäume sind weg“

Bund Naturschutz verurteilt Fällungen an Arnstorfer Sportanlage – BN: "Zeichen der Zeit nicht erkannt“
Arnstorf. Wegen der Erweiterung der Sportanlage am Schulzentrum in Arnstorf an der Eggenfeldener Straße um eine 400-m-Laufbahn soll der jetzt bestehende ältere und kleinere Sportplatz aufgelöst und nach Westen hin erweitert werden. Dafür müssten, so die Planungen, rund 30 Linden im besten Alter von etwa 30 Jahren der Kettensäge weichen und gefällt werden. Der Bund Naturschutz in Arnstorf hat größte Bedenken gegen die geplante neue und größere Sportanlage erhoben und stellte die Frage, ob eine derart große Anlage für den Markt Arnstorf überhaupt nötig sei und ob man deshalb derartig viele Bäume einer überdimensionierten Sportanlage opfern müsse? Der Markt Arnstorf, vertreten durch den 1. Bürgermeister Christoph Brunner, hat auf eine Sachstands-Anfrage und die Bitte um Erhalt der Bäume durch die 1. Orts-Vorsitzende des Bund Naturschutz, Katrin Veicht, vor längerer Zeit mitgeteilt, dass die Fällungen wohl unumgänglich seien. Er sicherte aber zu, zumindest umfangreiche Neupflanzungen realisieren zu können.
Ein Teil der Bäume wurde nun bereits entfernt. Es waren 14 Linden, 2 Kiefern und ein Ahornbaum, die im besten Alter und Zustand waren und die am westlichen Rand des bestehenden Sportgeländes gefällt worden sind. Dies nahmen viele Mitglieder des Bund Naturschutz zum Anlass, in einer Plakat-Protestaktion unter dem Motto „Bäume sind wichtig“ diese Baumfällungen zu verurteilen und zu fordern, dass erstens mindestens der restliche Bestand der Linden geschützt werde und dass zweitens wenigstens massive Neupflanzungen vorgenommen werden, wenngleich klar sei, dass junge Ersatzpflanzungen niemals den positiven Effekt bezüglich Luftreinhaltung, Kühlung, Schattenspendung, Kohlenstoff-Speicherung, Wasserhaushalt und Artenschutz erzielen könnten wie der Erhalt alter und gesunder Bäume, was damals dem Bürgermeister auch mitgeteilt worden sei.
„Gerade der jüngeren Generation gegenüber sollten die Entscheidungsträger der Marktgemeinde ein Vorbild sein und in einer Zeit des drastischen Artenrückganges und der drohenden Klimakatastrophe den Erhalt der Natur in den Vordergrund zu stellen“, sagen die Naturschützer anlässlich der jetzigen Protestaktion, und weiter: „Doch ein großer Teil der Bäume ist jetzt weg. Die Kinder werden sich in vielen Jahren daran erinnern, was mit den wertvollen Linden geschehen ist, und ihnen wird bewusst sein, wer dies verursacht und daran mitgearbeitet hat, wieder ein kleines Stück wertvoller Natur zu zerstören. Gerade die jetzige Erwachsenen-Generation ist es, die in den letzten Jahrzehnten aus Unverständnis mit dafür gesorgt hat, dass die Natur jetzt in einem desolaten Zustand ist und dass es versäumt wurde, das Ruder im Sinne des Naturerhaltes herumzureißen. Solche Aktionen wie die jetzigen Baumfällungen sind genau das Gegenteil dessen, was eigentlich nötig wäre. Die Zeichen der Zeit werden offensichtlich nicht erkannt und dementsprechend gehandelt. Dabei könnte der für die Jugend so wichtige Sport doch auch auf der bestehenden Anlage betrieben werden, wenn man sie einfach nur sanieren würde. Und in Zukunft wird sich auch zeigen, wie selten wirklich der ganze Umfang der größeren Sportanlage benötigt wird und wie oft man doch auch mit der kleineren Anlage für den gedachten Zweck der Sportausübung zurecht gekommen wäre.“   -wh


Müssen wertvolle alte Bäume weg?

Bund Naturschutz gegen Fällungen an Arnstorfer Sportanlage - BN: "Zeichen für echten Klimaschutz setzen"
Arnstorf. Wegen der Erweiterung des Schulzentrums in Arnstorf an der Eggenfeldener Straße um eine große Sportanlage mit 400-m-Laufbahn soll der jetzt bestehende ältere und kleinere Sportplatz aufgelöst werden. An seiner Stelle soll das größere Sportgelände entstehen, für das aber zusätzliche Flächen im Westen benötigt werden. Der Erwerb dieser zusätzlichen Flächen wurde nun möglich, ein Planentwurf für die neue, größere Anlage ist bereits beim Landratsamt eingereicht worden.
Für die neue Anlage müssten nun rund 30 Linden im besten Alter von etwa 40 Jahren der Kettensäge weichen und gefällt werden.
Der Bund Naturschutz in Arnstorf erhebt nun größte Bedenken gegen die geplante neue und größere Sportanlage und stellt die Frage, ob eine derart große Anlage für den Markt Arnstorf überhaupt nötig ist und ob man deshalb derartig viele Bäume einer überdimensionierten Sportanlage opfern müsse. Der Markt Arnstorf, vertreten durch den 1. Bürgermeister Christoph Brunner, hat auf eine Sachstands-Anfrage und die Bitte um Erhalt der Bäume durch die 1. Orts-Vorsitzende des Bund Naturschutz, Katrin Veicht, unlängst mitgeteilt, dass die Fällungen wohl unumgänglich seien und schreibt: "Natürlich werden die Bäume so lange stehen bleiben wie nur möglich, jedoch in dem gesetzlich vorgeschriebenen Zeitraum sicherlich weichen müssen. Ein Erhalt der Bäume wäre nur mit einer der ganz frühen Planungen möglich gewesen, die Grundsatzentscheidung pro 400-m-Bahn lässt keine andere Möglichkeit zu! Vielen Dank für die Hinweise. Ich bin mir sicher, dass wir zumindest umfangreiche Ersatzpflanzungen hinbekommen werden!"
Bezüglich Ersatzpflanzungen soll der Markt Arnstorf laut eines Hinweises des 1. Bürgermeisters mittlerweile auch in Gesprächen sein, um entsprechende Flächen für diese Ersatzpflanzungen erwerben zu können. In einer Nachricht an die BN-Vorsitzende schreibt der Bürgermeister: "Wir hoffen, dass durch die zur Verfügungstellung von mehr Fläche uns eine Möglichkeit geboten wird, im weiteren Verlauf zur Schule eine Ersatzpflanzung vornehmen zu können."
Der Bund Naturschutz wendet sich nach wie vor gegen den Bau der größeren Sportanlage, schlägt die Verbesserung der bestehenden Anlage vor und fordert damit den Erhalt des gesamten bestehenden Baumbestandes. Bezüglich Ersatzpflanzungen ist der BN der Meinung, dass gerade in der heutigen Zeit des unübersehbaren Klimawandels der Erhalt jedes Baumes unverzichtbares Ziel einer glaubwürdigen Klimaschutz-Politik sein müsse und dass junge Ersatzpflanzungen niemals den positiven Effekt bezüglich Luftreinhaltung, Kühlung, Schattenspendung, Kohlenstoff-Speicherung, Wasserhaushalt und Artenschutz erzielen könnten wie der Erhalt alter und gesunder Bäume. Dies wurde auch dem Bürgermeister mit folgendem Wortlaut mitgeteilt: "Selbst dann würden neu gepflanzte Bäume erst mit Verzögerung zur Kohlenstoffsenkung beitragen. Die entstandene 'Kohlenstoffschuld' wieder auszugleichen dauere mindestens Jahrzehnte. Wir bräuchten aber die sofortige Vermeidung von zusätzlichen Treibhausgasen." - Gerade in Bezug auf eine Vorbildfunktion für die Jugend im Sinne des Klima- und Artenschutzes sollte die Gemeinde, so der Bund Naturschutz, eine Vorreiterrolle einnehmen und mit dem Erhalt des Baumbestandes und einer Renovierung der bestehenden Sportanlage ein Zeichen setzen.    -wh


Wertvolle Öko-Fläche bei Arnstorf erneut beschädigt

Reparatur-Maßnahmen konterkariert – Schwieriges Thema der Biberdämme

Arnstorf/Hainberg. Im Frühsommer dieses Jahres war auf Intervention der Unteren Naturschutzbehörde und des Bund Naturschutz eine eigentlich geschützte aber durch den Bauhof der Marktgemeinde aufgrund offensichtlicher Missverständnisse dennoch beschädigte Ökofläche am Weilnbach bei Hainberg durch den Bauhof wieder etwas naturnäher repariert worden. Damals wurde diese Fläche zudem der Pflege und damit der Obhut des Landschaftspflegeverbandes übergeben. Mittlerweile hatte sich die Fläche ein wenig erholt, zudem war vom Landschaftspflegeverband eine Mähgut-Übertragung vorgenommen worden, um verstärkt der heimischen Pflanzenwelt wieder eine Chance zu geben.
Doch unlängst wurden erneut deutliche Schäden an der Fläche offensichtlich durch Bearbeitung festgestellt. Es sind tiefe Maschinenspuren, wohl eines Baggers oder dergleichen, auf der gesamte Fläche zu sehen. Auch wurden Totholzstämme – vor Ort – geschnitten und entfernt. Die Mähgutübertragung ist zerstört und der Boden verdichtet. Zudem wurden auch am bachabwärts gelegenen, unteren Ende an einer bislang nicht berührten Brachfläche Richtung Triefelden ebenso wie im oberen Teil jeweils ein Biberdamm beseitigt.
Auf Initiative der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe Kollbachtal fand deshalb erneut vor Ort eine Unterredung statt, an der neben Bürgermeister Christoph Brunner auch Karlheinz Koller von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt, Marijana Schmidt vom Wasserwirtschaftsamt Deggendorf, Rainer Blaschke vom Landschaftspflegeverband, Michael Sattelberger als Anrainer, Bauhofleiter Wolfgang Zimmermann und Katrin Veicht vom Bund Naturschutz teilgenommen haben.
Bürgermeister Christoph Brunner wies zunächst darauf hin, dass man auf Beschwerden von Bürgern reagiert habe. Die Entfernung der Biberdämme könne ja eine Vergrämung bewirken. Außerdem wies er auf die Bedeutung der Fläche als Hochwasserschutz für Triefelden hin, wofür er sich verantwortlich fühle.
Vom Wasserwirtschaftsamt bemerkte Marijana Schmidt, dass die Fläche primär Naturschutzzwecken diene, mit Ausnahme von Arbeiten der Gewässerunterhaltung in Absprache mit den zuständigen Behörden: „Hier zählt die Biberdamm-Entfernung nicht zum ordnungsgemäßen Gewässerunterhalt. Es wird zwar, was eigentlich sinnvoll ist, Wasser in der Fläche zurückgehalten, jedoch eine nennenswerte Hochwasser-Schutzfunktion hat dieses Gebiet aufgrund der relativ flachen Teiche nicht.“
Karlheinz Koller von der Unteren Naturschutzbehörde wies ebenso wie Katrin Veicht vom BN darauf hin, dass es sich hier um eine im Eigentum der Gemeinde stehende Ausgleichsfläche handle, die vorrangig dem Naturschutz diene und auch entsprechend kartiert sei, und dass deshalb auch der Biber seine Daseinsberechtigung habe.
Im Verlauf des Gespräches war zwar vom Bürgermeister und den Bauhof eingeräumt worden, Reparaturarbeiten veranlasst zu haben, es war aber in der Gesprächsrunde nicht zu klären gewesen, wie genau die Auftrags-Kette zur erneuten Bearbeitung des Geländes abgelaufen sei, was Katrin Veicht vom Bund Naturschutz zur Bemerkung brachte, warum erneut Maschinenarbeit auf der Fläche erfolgt sei ohne Rücksprache mit der Unteren Naturschutzbehörde. Karlheinz Koller machte deutlich: „Sollte ein Grund vermutet werden, warum hier Biber-Dämme weggenommen oder andere Arbeiten durchgeführt werden sollten, so ist jeweils mit uns am Landratsamt Rücksprache zu halten. Ohne Genehmigung darf dies nicht erfolgen.
Geklärt werden konnte das Zersägen und Entfernen der Totholz-Baumstämme: Ein älterer Nachbar habe dies wohl aus „Sauberkeitsgründen“ erledigt und die eigentliche Funktion des Totholzes ebenso wenig erkannt wie die Tatsache, dass dies auf gemeindlichem Grund erfolgt sei, so der Anrainer Michael Sattelberger.
Rainer Blaschke vom Landschaftspflegeverband bemerkte, dass es anzustreben sei, wenn es hier wieder naturnäher werde, man müsse dies allerdings den Bürgern erläutern. Er plädierte dafür, zeitlich versetzt und örtlich abschnittsweise die Teilentlandung und möglichst naturnahe Wiederherstellung in Übereinstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde vorzunehmen.
Marijana Schmidt vom Wasserwirtschaftsamt betonte erneut, dass die Fläche zwar dem Rückhalt von Wasser in der Landschaft diene und als solche auch naturnah erhalten bleiben solle, dass sie aber keine Hochwasser-Schutzmaßnahme darstelle. Für die genaue Ermittlung der Wasserrückhaltefunktion müsse man allerdings aufwändige Modellierungen vornehmen.
Bürgermeister Christoph Brunner bilanzierte schließlich für die Marktgemeinde: „Wir machen hier nichts mehr“. Und für die Untere Naturschutzbehörde merkte Karlheinz Koller an, dass bei weiteren ungenehmigten Arbeiten die Polizei eingeschaltet werde.
Für den Bund Naturschutz sicherte schließlich Ortsgruppenvorsitzende Katrin Veicht zu, im nächsten Frühjahr oder Sommer für BN-Mitglieder und die Bevölkerung eine Informations- und Aufklärungs-Veranstaltung am Gelände durchzuführen.    -wh


Mit der Umweltbande im Wald


Müssen wertvolle alte Bäume weg?

Bund Naturschutz gegen Fällungen an Arnstorfer Sportanlage - BN: "Zeichen für echten Klimaschutz setzen"

Arnstorf, Oktober 2022. Wegen der Erweiterung des Schulzentrums in Arnstorf an der Eggenfeldener Straße um eine große Sportanlage mit 400-m-Laufbahn soll der jetzt bestehende ältere und kleinere Sportplatz aufgelöst werden. An seiner Stelle soll das größere Sportgelände entstehen, für das aber zusätzliche Flächen im Westen benötigt werden. Der Erwerb dieser zusätzlichen Flächen wurde nun möglich, ein Planentwurf für die neue, größere Anlage ist bereits beim Landratsamt eingereicht worden.
Für die neue Anlage müssten nun rund 30 Linden im besten Alter von etwa 40 Jahren der Kettensäge weichen und gefällt werden.
Der Bund Naturschutz in Arnstorf erhebt nun größte Bedenken gegen die geplante neue und größere Sportanlage und stellt die Frage, ob eine derart große Anlage für den Markt Arnstorf überhaupt nötig ist und ob man deshalb derartig viele Bäume einer überdimensionierten Sportanlage opfern müsse. Der Markt Arnstorf, vertreten durch den 1. Bürgermeister Christoph Brunner, hat auf eine Sachstands-Anfrage und die Bitte um Erhalt der Bäume durch die 1. Orts-Vorsitzende des Bund Naturschutz, Katrin Veicht, unlängst mitgeteilt, dass die Fällungen wohl unumgänglich seien und schreibt: "Natürlich werden die Bäume so lange stehen bleiben wie nur möglich, jedoch in dem gesetzlich vorgeschriebenen Zeitraum sicherlich weichen müssen. Ein Erhalt der Bäume wäre nur mit einer der ganz frühen Planungen möglich gewesen, die Grundsatzentscheidung pro 400-m-Bahn lässt keine andere Möglichkeit zu! Vielen Dank für die Hinweise. Ich bin mir sicher, dass wir zumindest umfangreiche Ersatzpflanzungen hinbekommen werden!"
Bezüglich Ersatzpflanzungen soll der Markt Arnstorf laut eines Hinweises des 1. Bürgermeisters mittlerweile auch in Gesprächen sein, um entsprechende Flächen für diese Ersatzpflanzungen erwerben zu können. In einer Nachricht an die BN-Vorsitzende schreibt der Bürgermeister: "Wir hoffen, dass durch die zur Verfügungstellung von mehr Fläche uns eine Möglichkeit geboten wird, im weiteren Verlauf zur Schule eine Ersatzpflanzung vornehmen zu können."
Der Bund Naturschutz wendet sich nach wie vor gegen den Bau der größeren Sportanlage, schlägt die Verbesserung der bestehenden Anlage vor und fordert damit den Erhalt des gesamten bestehenden Baumbestandes. Bezüglich Ersatzpflanzungen ist der BN der Meinung, dass gerade in der heutigen Zeit des unübersehbaren Klimawandels der Erhalt jedes Baumes unverzichtbares Ziel einer glaubwürdigen Klimaschutz-Politik sein müsse und dass junge Ersatzpflanzungen niemals den positiven Effekt bezüglich Luftreinhaltung, Kühlung, Schattenspendung, Kohlenstoff-Speicherung, Wasserhaushalt und Artenschutz erzielen könnten wie der Erhalt alter und gesunder Bäume. Dies wurde auch dem Bürgermeister mit folgendem Wortlaut mitgeteilt: "Selbst dann würden neu gepflanzte Bäume erst mit Verzögerung zur Kohlenstoffsenkung beitragen. Die entstandene 'Kohlenstoffschuld' wieder auszugleichen dauere mindestens Jahrzehnte. Wir bräuchten aber die sofortige Vermeidung von zusätzlichen Treibhausgasen." - Gerade in Bezug auf eine Vorbildfunktion für die Jugend im Sinne des Klima- und Artenschutzes sollte die Gemeinde, so der Bund Naturschutz, eine Vorreiterrolle einnehmen und mit dem Erhalt des Baumbestandes und einer Renovierung der bestehenden Sportanlage ein Zeichen setzen.    -wh


Naturschutzarbeit: Erfolge, aber auch Probleme

Jahreshauptversammlung der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe Kollbachtal – Vortrag zu Ökoflächen-Schädigung

Arnstorf. Unlängst trafen sich die Mitglieder der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe Kollbachtal zu ihrer Jahreshauptversammlung im Kirchenwirt. Bei der Begrüßung hieß die Vorsitzende Katrin Veicht besonders auch den 1. Bürgermeister Christoph Brunner und den Chronisten Hans Hagn willkommen; letzterer hatte vor allem die Geschichte des Weilnbachs und der ökologisch wertvollen Fläche dort dokumentiert.

Es folgte ein Rückblick der Vorsitzenden auf das Jahr 2021 und das bisherige 2022. Sie erwähnte die Streuobstwiesenfeste 2021 in Kumpfmühl und im April 2022 in Westerndorf, die hervorragend gut besuchte Pilzwanderung im Oktober 2021 mit dem Pilzsachverständigen und dem BN-Ortsgruppen-Vorsitzenden aus Landau, Franz Meindl. Auch die naturfachlich hochinteressante Wanderung durch das Niedermoor im Mai 2022 mit dem Experten Christoph Stein fand Erwähnung. Besonders freute sich die Vorsitzende über die junge „Umweltbande“, die in Wald und am Stausee in Postmünster aktiv gewesen sei. Auch erwähnte sie, dass von den Jugendlichen im April 2022 fünf Obstbäume mit den dankenswerterweise von einem Mitglied zur Verfügung gestellten 1000 Euro gepflanzt worden seien.

Die Vorsitzende begrüßte auch, dass nach 2-jähriger Pause nun auch wieder eine Haus- und Straßensammlung durchgeführt wurde und vom Mitglied Hermann Koch gut 1000 Euro für die praktische Natur- und Artenschutz-Arbeit gesammelt worden seien. Ebenfalls erwähnte sie lobend, dass von Monika Brunner-Lenz in Sattlern bei Mariakirchen bei der jährlichen Rettungsaktion anlässlich der Amphibien-Wanderungen in diesem Frühjahr rund 600 Kröten, Frösche und andere Amphibien vor dem Straßentod gerettet worden seien.

„Ich danke allen Aktiven, die sich in den zurückliegenden und leider durch die Corona-Pandemie in den Aktivitäten nur eingeschränkt nutzbaren Jahren so um die Natur- und Artenschutz-Belange in unserem Bereich engagieren“, schloss die Vorsitzende ihren Rückblick und leitete damit über zum Kassenbericht, der durch Herman Koch erteilt wurde und eine zufriedenstellende Bilanz ergeben hatte.

Den Informationsteil der Hauptversammlung bildete ein Bildervortrag von Hans Hagn zur Geschichte und zur ökologischen Bedeutung der Fläche bei Hainberg, die ein Feuchtbereich mit wertvoller Verlandungs-Vegetation mit für den Landschaftswasserhaushalt günstiger Rückhaltefunktion gewesen sei. Leider sei diese Fläche im Frühjahr durch überzogene Hochwasserschutzmaßnahmen der Gemeinde zerstört worden. Unzureichende Information über schützenswerte Gebiete und daraus resultierend eine mangelhafte Kommunikation in der Marktgemeinde mit zuständigen Fachdienststellen hätten demnach in der Auffassung des Bund Naturschutz und anderer Experten zu dieser Schädigung geführt.
Abschließend dankte die Vorsitzende nochmals  allen Mitgliedern in der Ortsgruppe sowie allen Helfern und Förderern des Naturschutz für die stets zuverlässige Arbeit.  


50 Jahre Naturschutz auf den Kollbachwiesen

Bund Naturschutz lud zu einer Exkursion ein – Klimawandel deutlich bemerkbar

Arnstorf, Mai 2022. Pünktlich zum europäischen Natura 2000-Tag lud die Ortsgruppe Arnstorf des Bund Naturschutz zu einer kleinen Exkursion über die Kollbachwiesen bei Jägerndorf ein. Anlass war u.a., dass vor 50 Jahren mit einem botanischen Gutachten die Bedeutung der Kollbachwiesen für die natürliche Artenvielfalt offenbar wurde und daraufhin Flächenkauf und Biotoppflege durch den Bund Naturschutz einsetzten und bis heute weitergeführt wird.
BN-Ortsvorsitzende Katrin Veicht konnte neben Arnstorfs Bürgermeister Christoph Brunner und seinem Stellvertreter Konrad Stadler auch Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde Rottal-Inn, der Landschaftspflegeverbände Rottal-Inn und Dingolfing-Landau, der BN-Kreis- und Ortsgruppen Rottal-Inn, Arnstorf, Eichendorf und Landau begrüßen. Auch örtliche Landwirte waren der Einladung gefolgt.
Als Exkursionsleiter wies Ortskenner Christoph Stein auf die bis heute hohe Artenvielfalt des Gebietes hin: „Nach 50 Jahren Betreuung der Kollbachwiesen sowie ca. 40 Jahren intensiver Pflege wie Streuwiesen- und Schilfmahd kann man feststellen, dass das in den 1980er Jahren ausgegebene Leitbild, das früher übermannshohe Schilf entscheidend zurückzudrängen und eine Feucht- und Streuwiesenvegetation herzustellen, auch eingetreten ist. Das ist ein sehr schöner Erfolg für die Biotop- und Flächenpflege, die darin gipfelte, dass die Kollbachwiesen in das europäische Naturschutz-Netzwerk Natura 2000 aufgenommen wurde“.
Er bedankte sich bei allen Engagierten, die sich in den letzten Jahrzehnten mit großer Anstrengung, mit innovativem Einsatz und großem Beharrungsvermögen für den Erhalt der Artenvielfalt hier eingesetzt hätten.
Gleich zu Beginn stieß die Gruppe auf einen kleinen Bestand des Schmalblättrigen Wollgrases, das im Landkreis Rottal-Inn nur mehr wenige Vorkommen besitzt. Per Bohrstock wurde auch der Bodenaufbau der Wiesen ermittelt. Dabei zeigte sich, dass auf einer blauen, tonig-lehmigen Schicht ein flacher Torfhorizont mit vielen unzersetzten Pflanzenfasern aufliege. „Die flache Lage der Kollbachwiesen sowie eine natürliche Senke an deren Nordrand führt zu dauernassen Bedingungen, so dass sich hier ein flaches Moor entwickeln konnte“, erläuterte Gebietskenner Rudi Tändler. „Diese flache Moor-Schicht ist Existenzgrundlage für botanische Raritäten wie Fieberklee, Sumpf-Blutauge und Schwarzschopf-Segge“, führte Botaniker Christoph Stein weiter aus. Er erinnerte daran, dass vor ca. 10 Jahren bereits ein ähnlicher Spaziergang unternommen wurde. „Damals konnten wir noch einen größeren Bestand des Moor-Greiskrautes sehen, der aber leider aus den Kollbachwiesen verschwunden sei“, bedauerte Stein.
„Der Klimawandel macht sich leider auch auf den Kollbachwiesen bemerkbar, da die früher hier nicht bekannte temporäre Bodentrockenheit offenbar einigen Moorpflanzen schwer zu schaffen macht“, fasste Stein seine Beobachtungen zusammen.
Nach 40 Jahren der Biotoppflege müsse man sich hier nun neuen Aufgaben stellen und sehen, dass der Bodenwasserhaushalt stabilisiert werden könne. „Die Winternässe muss möglichst lange in das Frühjahr hinübergerettet werden“, so Stein. Falle der Torfhorizont trocken, würde sich dieser zersetzen und eine Art natürliche Aufdüngung der Feuchtfläche eintreten. Dies gelte es zu verhindern, da ansonsten trotz der sorgfältigen Pflege mit weiteren Artenverlusten zu rechnen sei. Beispiel hierfür sei die Trollblume, die in den letzten 10 Jahren einen dramatischen Einbruch im gesamten Landkreis aber auch auf den Kollbachwiesen hinnehmen musste, bedauerte Botaniker Stein, der sich mit dieser Art seit vielen Jahren beschäftigt.
Die Kollbachwiesen wurden in den letzten Jahren weiterhin botanisch intensiv untersucht. So konnten verschiedene sehr seltene Gold-Hahnenfuß-Arten entdeckt werden, die den hohen Artenschutz-Wert des Areals erneut belegten. Diese Gold-Hahnenfüße wurden erst vor wenigen Jahrzehnten für die Wissenschaft beschrieben und kommen weltweit praktisch nur in Ober- und Niederbayern vor. „Damit haben wir also auf den Kollbachwiesen auch eine endemische Flora, wie man das nur von abgelegenen Inseln oder Berggipfeln kennt“, erläuterte Stein. Zu nennen seien Abgestutzter Gold-Hahnenfuß und Gestielter Gold-Hahnenfuß.
Eine Augenweide bot eine bunte, von den Eigentümern vorbildlich bewirtschaftete Feuchtwiese mit ihrem noch sehr schönen Bestand des Breitblättrigen Knabenkrautes. Auch die violett blühende Bach-Kratzdistel und seltene Grasarten konnte man auf dieser Fläche entdecken. Spontaner Applaus für die Eigentümer belohnte dieses vorbildliche Engagement. In diesem Zusammenhang dankte man unter anderem Anton Goldbrunner aus Bach und der Familie Braumüller aus Wabach für ihr Engagement bei der Pflege.
Zum Abschluss bedankte sich Katrin Veicht mit einem kleinen Umtrunk bei allen Teilnehmern, bat auch weiterhin um tatkräftiges Engagement für die Kollbachwiesen sowie um Unterstützung durch Eigentümer, Verbände und Behörden.    -wh