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Januar 2021: "Wir in der Corona-Krise"

Liebe (Neu-)Mitglieder und Freunde des BUND Naturschutz,

die Corona-Krise hat unser gewohntes Leben schlagartig verändert, weltweit zu schwerwiegenden wirtschaftlichen und gesundheitlichen Verwerfungen für Millionen von Menschen geführt und wirkt als Brandbeschleuniger für soziale Ungleichheit. So haben  einerseits die Profiteure der Krise wie  z.B. die US-Milliardäre  Elon Musk (PayPal, Tesla), Bill Gates (Microsoft) und Jeff Bezos (Amazon) Ihre Vermögen laut einer Studie seit Beginn der Corona-Pandemie um eine Billion US-Dollar gesteigert, andererseits komme es infolge von weltweiten Lockdown-Maßnahmen vor allem in Entwicklungsländern zu Lieferengpässen für Medikamente und Lebensmittel: Auch rechnet die Welthungerhilfe mit  zusätzlich 80 bis 130  Millionen Hungertoten  infolge dieser Maßnahmen.  Ungeachtet dessen schreiten Artensterben, Ressourcenverbrauch (Boden, Rohstoffe, Wasser, Energie) und der Klimawandel weiter ungebremst voran. Dass eine Richtungsänderung in unserer Lebens- und Wirtschaftsweise zwingend notwendig ist, muss uns allen nicht erst seit Beginn dieser Krise eindringlich bewusst sein. 
Auch auf unser Vereinsleben im Jahr 2020 hatte Corona große Auswirkungen. So hat sich die Vorstandschaft regelmäßig zu den vereinsinternen Sitzungen getroffen, zum Teil erstmals in Form von Online-Videokonferenzen. Unsere Jahreshauptversammlung im November 2020 musste ebenso abgesagt werden wie zahlreiche geplante weitere Veranstaltungen. Kinder- und Jugendarbeit und schulpädagogische Vorträge waren, bis auf wenige Ausnahmen, aufgrund der behördlichen Vorgaben nicht mehr möglich bzw. konnten nur unter strengen Auflagen durchgeführt werden. So befindet sich unsere aktuelle Ausstellung „Die Großen Vier“ derzeit hinter verschlossenen Türen im neu erbauten „Naturium“ in Ering und kann momentan nicht besichtigt werden. Die geplanten Neugründungen und Reaktivierungen unserer BN- Ortsgruppen mussten ebenfalls auf Eis gelegt werden.
Doch es gibt auch einiges Erfreuliches zu berichten. Von Seiten der Kreisgruppe konnten durchgeführt werden der Vortrag von Christoph Stein über die Pflanzengesellschaften im Isar-Inn Hügelland, der BN Filmabend „Land des Honigs“ in Gangkofen, der Geotag der Artenvielfalt sowie der Familientag in Ering. Des Weiteren erfolgte im Frühjahr eine eintägige fachliche Besichtigung unserer Biotope mit Erarbeitung aktueller Pflegekonzepte.  Darüber hinaus wurde der Umzug unserer BN- Geschäftsstelle nach Anzenkirchen unter großem Engagement der Geschäftsstellen-Mitarbeiter/innen erfolgreich abgeschlossen.  Ebenso erfolgreich durchgeführt wurde der Erwerb eines Auwaldes in der Berghamer Au und - als unser bislang größtes Ankaufsprojekt - der Erwerb eines 7 Hektar großen Auwaldgebietes am Sulzbach im nördlichen Landkreis gemeinsam mit den Kreisgruppen Passau und Dingolfing. Aktiv waren wir auch mit Stellungnahmen bezüglich des geplanten Ausbaus der B388 zwischen Eggenfelden und Linden, bezüglich der geplanten Errichtung einer Bauschutt-Schredderanlage in Neuaich sowie mit zahlreichen Presseberichten.
Ich bitte um Verständnis, dass aufgrund der eingeschränkten Planbarkeit unser Jahresprogramm für das Jahr 2021 erst ab April in den Druck gehen wird, und zwar mit Schwerpunkt auf Veranstaltungen im Freien. Eventuell zusätzlich mögliche aktuelle Veranstaltungen werden wir kurzfristig auf unserer ständig aktualisierten Homepage und in der Tagespresse ankündigen.
Ich hoffe, dass ich Sie mit diesem Rundbrief wieder etwas über die Aktivitäten der BN-Kreisgruppe Rottal-Inn auf dem Laufenden halten konnte. Die Einweihung unserer neuen Geschäftsstelle, verbunden mit einem Tag der offenen Tür sowie viele andere geplante Projekte wollen wir, sobald es die Situation wieder erlaubt, selbstverständlich nachholen.
In diesem Sinne wünsche Ich Ihnen für das Jahr 2021, dass Sie alle ohne gesundheitlich und wirtschaftlich negative Folgen gut durch diese dunkle Zeit kommen in der Hoffnung auf ein baldiges Ende dieser Pandemie und aller damit verbundenen Einschränkungen.

Ihr Dr. Jürgen Riedler
Vorsitzender BN-KG Rottal-Inn


Kommentar vom Januar 2020: "Unser Leben muss sich drastisch verändern"

Liebe (Neu-) Mitglieder, Freunde und Förderer des BUND Naturschutz,
Hochwasserkatastrophe 2016, Dürresommer 2018, Insektensterben, Absterben der Fichten (Waldsterben 2.0) – der Klimawandel und das Artensterben nehmen immer mehr Fahrt auf und hinterlassen zunehmend auch in unserem Landkreis deutliche Spuren. Die Dramatik dieser Ereignisse und die Sorge um unser aller Zukunft haben wir zum Anlass genommen, die  Themen „Klimawandel“, „Biodiversität“ und „Wald“ in Vorträgen, Exkursionen und Ausstellungen zu diskutieren, denn  aus globaler Sicht betrachtet  sind diese lokalen Beobachtungen Aspekte eines momentan ablaufenden weltweiten Verlustes der genetischen Vielfalt von erdgeschichtlichem Ausmaß, der in hochrangigen Wissenschaftsjournalen mit den Begriffen „faunistischer Kahlschlag“ (Defaunation) oder „biologischer Annihilierung“ beschrieben wird. Der Meereszoologe Prof. Michael Schrödl hält im Rahmen unserer Klimawandelausstellung (20.Mai - 31.Mai) zu diesem Thema einen spannenden Vortrag und spricht für die kommenden 10 Jahre von einem Jahrzehnt der Entscheidungen für die Artenvielfalt und den Klimawandel.
Falls es uns nicht gelingen sollte, in den nächsten 10 Jahren unser Konsum- und  Mobilitätsverhalten,  unseren ganzen Energie- und Ressourcenverbrauch und die Art der Landwirtschaft und Flächennutzung drastisch zu verändern, werden für die Zukunft einschneidende Veränderungen für die Überlebensparameter der Menschheit stattfinden. Wenn dem so ist, dann sind wir die letzte Generation in der Geschichte der Menschheit, die noch die Möglichkeit hat, das Ruder zu wenden. Seien wir uns also unserer Verantwortung bewusst und packen wir die großen Herausforderungen dieser historischen Chance aktiv an!
Einschneidende Veränderungen gibt es übrigens auch in unserer Kreisgruppe. Im Jahre 2020 werden wir unseren alten Standort der Geschäftsstelle verlassen und uns nach neuen Räumlichkeiten umsehen müssen.
Für immer mehr Menschen ist der Arten- und Klimaschutz zu einem zentralen Thema geworden. Das zeigt uns auch die erfreulich steigende Zahl von BN-Mitgliedern in unserem Landkreis mit einem Neuzuwachs von 450 Mitgliedern auf jetzt 2200, was wir als eine Bestätigung für unsere Arbeit sehen.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung und Spenden,  damit wir uns auch in Zukunft mit Herz und Verstand für einen lebenswerten Landkreis Rottal-Inn einsetzen können. Es würde mich sehr freuen, wenn wir uns bei der einen oder anderen BN-Veranstaltung in diesem Jahr sehen würden.
Ihr
Dr. Jürgen Riedler, Kreisvorsitzender BN Rottal-Inn